Anmerkungen zu dem DIALOGPROZESS in der Kirche

Basierend auf einem Beschluss der Deutschen Bischofs Konferenz vom September 2010 und nach intensiven Vorbereitungen haben sich im Juli 2011 in Mannheim dreihundert Vertreter unserer Kirche getroffen, um den dialogisch angelegten Erneuerungsprozess in Gang zu setzen. Dieses Treffen wird von Teilnehmern als erfreulich offen beschrieben.

Der angestrebte Dialogprozess kann nur gelingen, wenn sich die Beteiligten vertrauensvoll auf gleicher Augenhöhe begegnen und sich und ihre Argumente gegenseitig respektieren. Partizipatio – die gemeinsame Verantwortung aller Getauften in der Kirche – war deshalb eine Kernthese dieses Treffens.

Um die Zukunftsfähigkeit der Kirche zu erhalten/stärken, hat vor Jahren Pater Medard Kehl SJ einerseits einen Vertrauensvorschuss seitens der gläubigen Laien und andererseits eine gewisse Machtaskese seitens der Amtskirche gefordert. Ob diese Basis nachhaltig erreicht und durchgehalten werden kann, ist offen. Zu fragen ist auch, ob und inwieweit der grundsätzlich vorhandene Vertrauensvorschuss der Laien bereits aufgebraucht ist.

Sollte der Dialogprozess scheitern, was zumindest in einigen Bistümern nicht ausgeschlossen erscheint, könnte das bei einem großen Teil der gutwilligen Engagierten zu weiteren Frustrationen führen. Das darf aber nicht das letzte Wort sein. Als gläubige Laien haben wir eine eigene Verantwortung für die Kirche – und die Gesellschaft (jwb).