Der Frankfurter Dom im Spannungsfeld zwischen protestantischer Reichsstadt und katholischem Kaiser

Wolfgang Metternich

Martin Luther – die wichtigsten reformatorischen Schriften

An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung:
Mit dieser Adelsschrift wendet sich Luther auf deutsch an die weltlichen Fürsten, denen er die Durchführung der reformatorischen Maßnahmen übertragen will, da die Bischöfe darin nach seiner Meinung versagt haben. Luther argumentiert, dass sich die Romanisten vor der Reformation hinter drei Mauern verstecken:
1. Sie stellen die kirchliche Obrigkeit über die weltliche. 2. Wenn die Reformation mit Hilfe der Bibel begründet wird, verweisen sie darauf, dass nur der Papst das Recht hat, die Bibel endgültig auszulegen. 3. Soll zu Auslegungszwecken oder Reformationsbemühungen ein Konzil einberufen werden, wird darauf verwiesen, dass nur der Papst das Recht dazu besitze. Damit stehe der Papst über dem Konzil.
Außerdem schlägt Luther in der Schrift ein politisches Reformprogramm vor. So soll Bildung allen zugänglich sein, nicht nur dem Klerus. Der Zölibat und der Kirchenstaat sollen abgeschafft, das Zinsnehmen eingeschränkt und das Betteln verboten werden. Dafür soll es eine geregelte Armenfürsorge geben.
De captivitate Babylonica ecclesiae
(Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche):
Diese lateinisch abgefasste Schrift behandelt die Sakramente und reduziert sie unter Berufung auf die Einsetzungsworte Jesu von sieben auf drei – Taufe, Abendmahl und Buße (Beichte). Da er bei letzterem in der Frage der „Materie“ (nicht der Einsetzung Christi) unsicher ist, spricht er von zwei Sakramenten und einem sakramentalen Zeichen. Doch nicht die Reduktion ist das Bahnbrechende, sondern die neue Auffassung, sie dem Wort unterzuordnen. Luther sieht im Sakrament nicht mehr göttliches Gnadenmittel, sondern das sichtbare Zeichen der göttlichen Verheißung. Die Sakramente veranschaulichen die Wortverkündigung, fügen ihr aber nichts hinzu. Hier liegt die eigentliche, bis heute trennende Grenzlinie zum katholischen und orthodoxen Sakraments- und Kirchenverständnis.
Von der Freiheit eines Christenmenschen
Diese Schrift handelt von der „Evangelische Freiheit, die das Leben eines Christen ausmache. Luther fasst sie im Anschluss an Paulus von Tarsus in zwei Sätzen zusammen, die sich dialektisch ergänzen und bedingen:
Ein Christ ist ein freier Herr über alle Dinge und niemandem untertan – durch den Glauben.
Ein Christ ist ein dienstbarer Knecht aller und jedermann untertan – durch die Liebe.