Die GCL in Geschichte und Gegenwart

Pater Prof. Dr. Werner Löser SJ:

Beitrag zum Gespräch in der von-Ketteler-Gilde in Frankfurt – am 29. September 2015

Die „Gemeinschaft Christlichen Lebens“ ist eine weltweite geistliche Gemeinschaft in der katholischen Kirche. Die Exerzitien des Ignatius von Loyola sind die Quelle ihrer Spiritualität. Mitglieder der GCL wollen sich bewusst auf den Glauben einlassen. Sie leben ihre Beziehung zu Gott, zu Jesus Christus, im Alltag als Einzelne oder in Familie. Mitglieder der GCL treffen sich regelmäßig in einer Gruppe, tauschen ihre Erfahrungen aus unterstützen sich gegenseitig auf ihrem persönlichen Weg. Sie versuchen gemeinsam, die Aufgaben des Alltags vom Glauben her zu verstehen und im Geist Jesu Entscheidungen zu treffen und zu handeln.

So stellt sich die GCL heute gewöhnlich vor.

I) Der lange Weg der historischen Vergewisserung

Die >Gemeinschaft christlichen Lebens< ist kein >dritter Orden< der Gesellschaft Jesu, sondern eine selbständige geistliche Bewegung von Laien. Das darf nicht vergessen werden, wenn im folgenden einige verwandte Züge zwischen den beiden Gemeinschaften herausgestellt werden. Solche gibt es zunächst auf der strukturellen Ebene. Spätestens seit ihrem neunten Weltdelegiertentreffen, das 1982 in Providence (Kanada) stattfand, versteht sich die >Gemeinschaft christlichen Lebens< als >Weltgemeinschaft< und nicht mehr nur als >Weltföderation<1. Weltgemeinschaft betont stärker als Weltföderation die organische Einheit der weltweiten Bewegung. Genau darin weist sie bemerkenswerte Parallelen zur Gesellschaft Jesu auf, die ebenfalls eine Weltgemeinschaft ist (auch wenn sie diese Bezeichnung üblicherweise nicht verwendet). Wie die Gesellschaft Jesu, so hat auch die »Gemeinschaft christlichen Lebens« eine zentrale Leitung: das Weltdelegiertentreffen und den Weltkonsult. Wie die Gesellschaft Jesu sich substrukturiert in Provinzen und Residenzen, so tut es die >Gemeinschaft christlichen Lebens< in den Nationalgemeinschaften und den Regionalgemeinschaften bzw. Gruppen. Weltweit geltende >Allgemeine Grundsätze< und >Statuten< beschreiben und ordnen das weltweit gemeinsame Leben der >Gemeinschaft christlichen Lebens<. In ähnlicher Weise orientiert sich die Gesellschaft Jesu an den von Ignatius von Loyola verfassten >Konstitutionen< sowie an weiteren diese aktualisierenden Dokumenten. Dass sich die Leitungszentrale der >Gemeinschaft christlichen Lebens< mit der Kurie des Generaloberen der Gesellschaft Jesu unter einem Dach befindet, kann als äußere Bestätigung des zur strukturellen Verwandtschaft zwischen den beiden Gemeinschaften Gesagten gelten.

Die Verwandtschaft im Strukturellen hat ihre Entsprechung und sogar Begründung in der spirituellen Gemeinsamkeit. Konkreter gesprochen: sowohl die Gesellschaft Jesu als auch die >Gemeinschaft christlichen Lebens< versuchen, aus dem geistlichen Erbe des Ignatius von Loyola zu leben. Dabei ist vor allem an die >Geistlichen Übungen> zu denken, die Ignatius aufgrund der eigenen Bekehrungs- und Berufungserfahrungen verfasst hat und an deren Leitfaden auch heute viele Mitglieder der beiden Gemeinschaften ihre – nach Möglichkeit jährlichen – Exerzitien machen. Ihre geistliche Praxis erhält von daher ihre besonderen Impulse und Konturen. Mit welcher Entschiedenheit die derzeitige >Gemeinschaft christlichen Lebens< sich an den ignatianischen Exerzitien zu orientieren gewillt sind, geht aus einem Text hervor, den sich das Weltdelegiertentreffen in Loyola 1986 ausdrücklich zu eigen gemacht hat:

„Wir haben eine Bestätigung unserer Eigenart, die in den Geistlichen Übungen des Heiligen Ignatius gründet, erfahren. Diese senden uns, mit dem armen und demütigen Christus zu gehen. Sie laden uns ein, Ihm bei seiner Sendung so zu folgen, wie Maria es getan hat – in Freiheit, in Armut und in Solidarität. Sie laden uns ein, dies mit einem aufmerksamen Herzen und mit dem Willen, für die Gerechtigkeit und die Verteidigung des Lebens zu arbeiten, zu tun. Wir haben gesehen, wie dieser Weg uns zu einer tiefen Bekehrung führt, die sich in einem einfachen Lebensstil und in einer Option zugunsten der Armen ausdrückt. Das Thema unserer Zusammenkunft war) >Sendung<. Wir konnten es nicht verstehen oder erörtern, ohne dass wir zu unserer Quelle – den geistlichen Übungen – zurückkehrten. Wir entdeckten dort, dass wir durch den Herrn und seine Kirche gesandt sind. Wir haben auch erkannt, dass wir nicht treu zu unserer Sendung stehen können, wenn wir sie nicht im Kontext unserer Gemeinschaft ansiedeln. Dabei empfanden wir, dass es die ganze Gemeinschaft ist, die – in Geist und Herz geeint – gesandt ist.“2

Die Akzente, die dieses programmatische Dokument trägt, sind im wesentlichen dieselben, wie sie sich in den Texten der 32. und der 33. Generalkongregation der Gesellschaft Jesu finden.3 Der Gehalt und die Gestalt des Weges, den die >Gemeinschaft christlichen Lebens< heute zu gehen versucht, orientieren sich ausdrücklich an Optionen der ignatianischen Spiritualität. Von den >Allgemeinen Grundsätzen< und den >Statuten<, die die >Gemeinschaft christlichen Lebens< sich 19674 gegeben hat und die nach einigen geringfügigen Änderungen 1971 durch den Heiligen Stuhl approbiert worden sind5, sagt man – mit Recht! -, in ihnen sei das ignatianische Erbe wieder deutlicher zum Zuge gekommen. Die mit diesen grundlegenden Aussagen beabsichtigte Selbstpositionierung der >Gemeinschaft christlichen Lebens< war das vorläufige Ende eines durchaus langen Prozesses, dessen wichtigste Stationen im Folgenden nur angedeutet werden sollen.

Im Jahre 1908 eröffnete Franz Beringer S.J. das Vorwort zu der Sammlung „De Congregationibus Marianis documenta et leges“6 mit folgendem Text, der für die ältere Sicht der geschichtlichen Ursprünge der >Marianischen Kongregationen< als charakteristisch gelten kann:

„Die ersten Fundamente der Marianischen Kongregationen legte Johannes Leunis, Scholastiker der Gesellschaft Jesu. Er war Lehrer der alten Sprachen am Römischen Kolleg, als er 1563 einige Schüler sowohl seiner als auch der unteren Klassen an einen von ihm in der Schule errichteten Altar einlud, damit sie die Seligste Jungfrau Maria mit besonderen Gebeten ehrten. Täglich nahmen sie sich nach der Schule einige Zeit für das Gebet und die geistliche Lesung, an Sonn- und Feiertagen kamen sie nach dem Mittagessen zusammen, um gemeinsam die Psalmen der Vesper zu singen. Bald darauf im folgenden Jahr – 1564 – verfaßte Leunis für diese Vereinigung einige Regeln; es sind nahezu dieselben, die heute beobachtet werden.“7

Es fällt bei dieser Kurzdarstellung der Ursprünge der >Marianischen Kongregationen< auf, dass der Bezug zu Ignatius von Loyola und seiner Spiritualität nicht eigens thematisiert wird. Vermutlich wird aber vorausgesetzt, dass Johannes Leunis aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Gesellschaft Jesu Ignatius innerlich nahegestanden hat und dass die geistliche Praxis, die er der von ihm gesammelten Gruppe und dann den aus ihr hervorgewachsenen >Marianischen Kongregationen< mitgegeben hat, von daher bestimmt war. Als eine Bestätigung dieser Auffassung konnte gelten, dass die >Marianischen Kongregationen<, wo und wann immer es möglich war, in einer engen personellen und institutionellen Verbindung mit der Gesellschaft Jesu existierten.

Eine neue Sicht der Ursprünge und der Geschichte der >Marianischen Kongregationen< setzte sich allmählich seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts durch. Den Auftakt gab Émile Villaret S. J. mit seinen Studien « Les premières origines des congrégations mariales dans la Compagnie de Jesus 8» sowie « Les congrégations mariales – des origines à la suppression de la Compagnie de Jésus 1540-1773 ». 9 Seit Villaret greifen die Historiographen der Geschichte der >Marianischen Kongregationen< in der Regel hinter Johannes Leunis zurück und machen zutreffenderweise darauf aufmerksam, dass Ignatius von Loyola und einige seiner ersten Gefährten schon in den 40-er Jahren des 16. Jahrhunderts Gruppen von Laien begleiteten. Auf der Grundlage der Geistlichen Übungen leiteten sie die Mitglieder dieser Laiengruppen zum Gebet und zum apostolischen Einsatz an. Von Peter Faber, Paschasius Broët, Jacobus Lainez, Hieronymus Nadal und schließlich – seit dem Jahre 1547 – von Ignatius von Loyola selbst ist bekannt, dass sie sich schon mit derartigen Gruppen befassten, in denen einige der Anliegen der späteren >Marianischen Kongregationen< durchaus bereits zum Tragen kamen. In diesem Sinne gehören diese frühen Gruppen in die Ursprungsgeschichte der >Marianischen Kongregationen< hinein.

Bei der ersten hier rekonstruierten Sicht auf die Ursprünge und die Geschichte der >Marianischen Kongregationen< wurde das ignatianische Erbe in den Regeln nur beiläufig beachtet, die Unterschiede zwischen den Regelwerken wurden als geringfügig angesehen. Johannes Leunis galt als der entscheidende Initiator der Bewegung und als der selbstverständliche Garant des ignatianischen Charakters der >Marianischen Kongrega-tionen<. Von Villaret bis Paulussen trug das Bild der Geschichte der Kongregationen dann andere Akzente: Ignatius von Loyola und seine ersten Gefährten rücken ausdrücklich in die Vorgeschichte der Bewegung ein. Deren Anliegen werden bruchlos von Johannes Leunis aufgegriffen und gehen über ihn in das erste Regelwerk (von 1587) ein. Zwischen diesem Regelwerk und den beiden folgenden (von 1855 und 1910) bestehen deutliche Unterschiede. Als Folge der Aufhebung der Gesellschaft Jesu treten die spezifisch ignatianischen Konturen, die vor allem in den drei von Johannes Leunis betonten Optionen (Einheit des christlichen Lebensvollzugs, Selbstverantwortung der Laien, Gemeinschaftlichkeit des geistlichen Weges) greifbar sind, zurück. Erst im 20. Jahrhundert werden sie wieder mehr betont. Zum Durchbruch kommen sie in den >Allgemeinen Grundsätzen< von 1967. Seitdem richtet sich die >Gemeinschaft christlichen Lebens< bewusst an ihnen aus.

Blickt man auf das Ganze der hier vorgelegten Erwägungen zurück, so kann man abschließend sagen: die >Marianischen Kongregationen< mit ihrer spezifischen spirituellen und strukturellen Prägung haben sich mit Recht auf Johannes Leunis als die entscheidende Gründergestalt berufen. Die >Gemeinschaft christlichen Lebens<, wie sie sich in den >Allgemeinen Grundsätzen< artikuliert, greift jedoch hinter Johannes Leunis und damit auch hinter die >Marianischen Kongregationen< zurück und beabsichtigt, authentisch ignatianische Einsichten und Anliegen wiederaufleben zu lassen. Das ist eine solide Basis für die engen, wechselseitigen Beziehungen zwischen der Gesellschaft Jesu und der >Gemeinschaft christlichen Lebens<, von denen seit einigen Jahren häufig die Rede ist.

II) Erinnerung an die ersten Spuren

Wie John O´Malley SJ in seinem grundlegenden Buch „Die ersten Jesuiten“10 dargestellt hat, wird man davon ausgehen müssen, dass die Gruppen, die später als „Marianische Kongregationen“ bezeichnet wurden, ursprünglich in die vielfältige Welt der „Bruderschaften“ gehörten, sich von ihnen freilich sogleich dadurch unterschieden, dass ihnen Akzente gegeben wurden, die aus der Spiritualität der Exerzitien stammten. Und damit begann dann auch ihr Eigenweg, der durch alle geschichtlichen Veränderungen hindurch schließlich in die GCL-Wirklichkeit, wie wir sie heute kennen, hineinführte.

Mehrere der ersten Jesuiten haben sich schon Ende der 30-er Jahre des 16. Jahrhunderts im Bereich solcher Bruderschaften engagiert. Hier sei nur an ein Beispiel solchen Einsatzes erinnert werden. Gerade in ihm zeigt sich eine erste Realisierung dessen, was uns noch heute als >Gemeinschaft christlichen Lebens< begegnet. Peter Faber, der von 1506 bis 1546 lebte, war einer der ersten und treuesten Gefährten des Ignatius. Er hatte seit Ende der 20- er Jahre mit Franz Xaver und Ignatius im Pariser Sankt Barbara Kolleg gelebt und gelernt. Er selbst berichtet darüber:

„In jenem Jahr bezog Inigo das gleiche St. Barbara-Kolleg und die gleiche Kammer wie wir, um am kommenden St. Remigiustag (1. Oktober 1530) den Kurs der freien Künste zu belegen… Ewig gepriesen sei dieses Glück, das die göttliche Vorsehung zu meinem Wohl und Heil so geordnet hat. Da sie es nämlich mit gütiger Hand so eingerichtet hatte, dass ich jenem heiligen Manne Unterricht geben musste, ergab sich daraus der äußere Umgang mit ihm, dann der innerlich vertraute und schließlich unser Gemeinschaftsleben, wo wir beide nur noch eine Kammer, einen Tisch und einen Geldsack hatten. Und da er schließlich mein Lehrer in den Dingen des Geistes wurde und mir Regel und Anleitung gab, wie ich zur Erkenntnis des göttlichen Willens und meiner selbst gelangen könne, so waren wir zuletzt nur noch ein Herz, ein Wollen und eins im festen Vorsatz, jenes Leben zu führen, das wir gegenwärtigen und bisherigen Glieder dieser Gesellschaft – derer ich nicht würdig bin – jetzt führen.“11

Peter Faber war es dann, der die Heilige Messe feierte, in der Ignatius und die Gefährten am 15. August 1534 ihre ersten Gelübde ablegten. In den folgenden Jahren waren die Gefährten an verschiedenen Orten tätig. Peter Faber war in Deutschland, in Italien, in Portugal, in Spanien. Er versuchte immer die Arbeit im Bereich der Theologie mit der geistlichen Begleitung Einzelner oder auch von Gruppen zu verbinden. Das kennzeichnete sein Wirken bis zu seinem frühen Tod am 1. August 1546. Für uns ist der etwa eineinhalbjährige Aufenthalt von Peter Faber in Parma von besonderem Interesse. Es handelt sich um die Zeit von Juni 1539 bis Oktober 1540. In dieser Zeit hat Peter Faber in eben diesem Parma eine >Bruderschaft vom Heiligsten Namen Jesu< gegründet. Diese Gruppe, so können wir mit gutem Grund sagen, war die erste Gruppe aus Männern und Frauen, die in ihrer Zeit das zu leben versucht hat, was heute die Gruppen der >Gemeinschaft christlichen Lebens< im Sinn haben. In einer ganz einfachen, frommen Weise versuchten diese Gruppenmitglieder ignatianische Spiritualität zu leben. Was wissen wir darüber? Als es für Peter Faber klar war, dass er Parma würde verlassen müssen – im Herbst 1540 – , baten ihn die Mitglieder der Gruppe, so etwas wie „Allgemeine Grundsätze“ niederzuschreiben, an denen man sich würde ausrichten können, wenn er nicht mehr unter ihnen sei. Und so hat Peter Faber am 7. September 1540 eine „Lebensordnung für die Bruderschaft vom heiligsten Namen Jesu“ in Parma niedergeschrieben. Sie ist in das „Memoriale“ Peter Fabers aufgenommen.12 Auf den ersten Blick handelt es sich um einen damaligen frommen Text mit guten Ratschlägen. Auf den zweiten Blick aber zeigt sich, dass er von authentisch ignatianischen Motiven durchformt ist. Er bietet in spätmittelalterlicher Sprache ein bis heute oder besser: heute wieder aktuelles >dramatisches< Verständnis des christlichen Lebens aus ignatianischer Perspektive. Das Konzept Peter Fabers ist dadurch gekennzeichnet, dass er aufeinander bezieht, was auch zusammengehört: Leib und Seele, Gottesliebe, Nächstenliebe, Selbstliebe, persönliche Spiritualität und kirchliche Frömmigkeit, Strenge und Weite, – alles in christlich-menschlicher Weise in die Sprache einer Lebensordnung gefasst. Wer die >Gemeinschaft christlichen Lebens< als seine menschliche und geistliche Heimat schätzt, wird dieses Anfangsdokument nicht ohne innere Bewegung lesen und auf sich wirken lassen.

III) Einige Sätze aus den „Allgemeinen Grundsätzen“

4. Unser Ziel

Unsere GEMEINSCHAFT vereinigt Christen,
Männer und Frauen, Erwachsene und Jugendliche,
aus allen Bereichen der Gesellschaft,
die den Wunsch verspüren,
Jesus Christus immer mehr nachzufolgen
und sich mit Ihm um den Aufbau
des Reiches Gottes zu mühen.
Sie vereinigt Menschen,
die in der GEMEINSCHAFT CHRISTLICHEN LEBENS
die ihnen entsprechende Berufung innerhalb der Kirche
erkannt haben.
Es ist unser Ziel,
engagierte Christen zu werden,
die in Kirche und Gesellschaft
für das Evangelium Zeugnis geben.
Es geht uns dabei besonders
um jene menschlichen Werte und Inhalte der Frohbotschaft,
die sich auf die Würde der Person,
auf das Wohl der Familie wie der ganzen menschlichen Gemeinschaft
und auf die Bewahrung der Schöpfung beziehen.
Wir sind uns vor allem der Dringlichkeit bewusst,
für Gerechtigkeit einzutreten
durch eine vorrangige Option für die Armen
und durch einen einfachen Lebensstil,
der Ausdruck unserer Freiheit
und unserer Solidarität mit ihnen ist.
Um unsere Mitglieder wirkungsvoller
auf ihr apostolisches Zeugnis und ihren Dienst
gerade im alltäglichen Umfeld
vorbereiten zu können,
führen wir Menschen in Gemeinschaft zusammen,
die immer stärker danach verlangen,
ihr Leben in all seinen Dimensionen
mit der Fülle ihres christlichen Glaubens
in Einklang zu bringen,
wie es unserem Charisma entspricht.
Wir streben nach dieser Einheit des Lebens
als Antwort auf den Ruf Christi
innerhalb der Welt, in der wir leben.

5. Unsere Quellen

Die Spiritualität unserer GEMEINSCHAFT
hat ihre Mitte in Christus
und in der Teilhabe an Seinem Leben,
Seinem Kreuz und Seiner Auferstehung.
Ihre Quellen sind die Heilige Schrift,
die Liturgie,
die Lehre der Kirche in ihrer ständigen Entwicklung
und das Offenbarwerden des Willens Gottes
in den Ereignissen unserer Zeit.
Auf der Grundlage dieser allgemeinen Quellen
betrachten wir die Geistlichen Übungen des hl. Ignatius
als die spezifische Quelle
und das charakteristische Mittel unserer Spiritualität.
Diese Spiritualität, zu der wir uns gerufen wissen,
macht uns offen und verfügbar
für das, was Gott in unserem täglichen Leben
jeweils von uns will.
Um Gott in allem zu suchen und zu finden,
halten wir Gebet und Unterscheidung
– sowohl persönlich als auch in Gemeinschaft –
sowie die tägliche Auswertung
und die Geistliche Begleitung
für besonders wichtige Mittel.

Werner Löser SJ

 

  1. Vgl. die Dokumentation dieses Treffens in: Progressio 52 (1983) Heft 1-2. Bisweilen werden auch die sog. >Säkular-Institute< als >Weltgemeinschaften< bezeichnet. Die >Gemeinschaft christlichen Lebens< ist jedoch im kirchenrechtlichen Sinne kein >Säkular-Institut<, weil ihre Mitglieder als solche keine Gelübde oder gelübdeähnlichen Versprechen ablegen. Von >Bindung« ist allerdings die Rede. ↩︎
  2. in: Progressio 55 (1986) Heft 5-6, 70. ↩︎
  3. 32. Generalkongregation 1974/75, >Jesuiten heute<, in: AR 16, 1975, 312-327; 33. Generalkongregation 1983, >Gefährten Jesu, gesandt in die heutige Welt<, in: AR 18, 1983, 1065-1099. ↩︎
  4. Die Texte von 1967 finden sich in: Progressio 37 (1968) Heft 1, 70-78. ↩︎
  5. Der Approbationstext steht in: Progressio 40 (1971) Heft 5, 6-7. Die genannten Dokumente werden gegenwärtig (1990) überarbeitet, dürften jedoch ihre theologische Grundausrichtung im wesentlichen behalten. ↩︎
  6. Graz/Wien 1909 ↩︎
  7. Ebd. III. Die bedeutendste Untersuchung über das Leben und das Werk des Johannes Leunis stammt von J. Wicki, Le Père Jean Leunis S. J. (1532-1584) – Fondateur des Congrégations mariales, Rom 1951. ↩︎
  8. Vgl. AHSI 6 (1937) 25-37. ↩︎
  9. Paris 1947 ↩︎
  10. Würzburg: Echter 1995, 225-232. ↩︎
  11. Faber, Peter, Memoriale: das geistliche Tagebuch des ersten Jesuiten in Deutschland, übers. und eingel. von Peter Henrici, Einsiedeln: Johannesverlag 1963, N. 8. ↩︎
  12. ebd. 320-324 ↩︎