Glaubensverkündung heute:
– für eine GLAUB-WÜRDIGE BESCHEIDENHEIT:
– „EVANGELII GAUDIUM“: Für Freude an der Verkündigung

Am Sonntag (24. November) ist das von Papst Benedikt XVI. initiierte „Jahr des Glaubens“ zu Ende gegangen. Wie kaum ein anderer hat dieser Papst immer wieder besorgt auf den um sich greifenden Relativismus hingewiesen. Wenn alles gleich gültig, also relativ ist, darf man sich über eine grassierende Orientierungslosigkeit nicht wirklich wundern.

Diesen Mangel nur anzuprangern, reicht aber für eine gelingende Glaubensverkündung – das ist der Markenkern der Kirche – nicht aus. Inhalt und Person müssen zusammen passen. Authentizität ist gefragt. Die bei der notwendigen Aufarbeitung des Missbrauchsskandals aufgedeckte nicht zu leugnende langjährige Tendenz zur Vertuschung nährt den Vorwurf mangelnder Glaub-Würdigkeit. Helfen können nur Offenheit und Transparenz.

Unsere Kirche predigt zwar die „Option für die Armen“, vermittelt aber gleichzeitig deutliche Anzeichen von Verlustängsten. In diesem Zusammenhang kann man nachvollziehen, warum Benedikt XVI. sogar der Säkularisierung etwas Gutes abgewinnen konnte. 

Eine glaub-würdige Bescheidenheit ist angezeigt. Auch deswegen ist der „Fall Limburg“ so folgenreich – und ärgerlich.

In seinem gerade veröffentlichten ersten Apostolischen Schreiben fügt Papst Franziskus einen weiteren wesentlichen Aspekt hinzu: „Die Freude des Evangeliums“ muss sich in Form und Inhalt der Verkündigung widerspiegeln. Dafür stehen Begriffe wie Barmherzigkeit, Einladung (proposer la foi), Freiheit (statt Zwang), Kreativität (statt Bequemlichkeit und Sicherheitsdenken) und Offenheit (statt Verschlossenheit).

Dezember 2013