Veranstaltungsrückblick

2017

 

28. März  „Tun, was uns eint – Tragen, was uns trennt”, P. Werner Löser SJ

Pater Schuster las den von Pater Löser für diesen Abend verfassten Vortrag vor, da Pater Löser krankheitsbedingt nicht anwesend sein konnte: Pater Löser berichtete zunächst zum aktuellen Stand der ökumenischen Bemühungen auf katholischer und auf evangelischer Seite und wies auf wesentliche, in jüngerer Zeit veröffentlichte Texte hin. Was uns eint, ist vor allem der Glaube an den einen Gott. Das große Glaubensbekenntnis wird von allen christlichen Kirchen geglaubt, die Taufe wird gegenseitig anerkannt. Was uns trennt, das ist heute, nach den Reformen der vergangenen Jahrhunderte, vor allem noch das unterschiedliche Amts- und Kirchenverständnis und das Verständnis der Eucharistie. In der katholischen Kirche ist die Basis der aktuellen ökumenischen Bemühungen weiterhin das 2. Vatikanische Konzil, die wesentlichen Positionen des Konzils zur Ökumene wurden in Texten von 2001 und 2007 bestätigt. Auf evangelischer Seite ist zu beobachten, dass sich die evangelische Kirche programmatisch zunehmend als „Kirche der Freiheit” positioniert und statt einer „Ökumene des Konsenses” nun eher eine „Ökumene der Profile” anstrebt. Pater Löser schloss mit der These, die abendländische Kirchenspaltung zu Beginn der Neuzeit könne auch verstanden werden als Folge einer Minderung der jüdischen Traditionen in der Kirche, die ja aus Juden und Heiden bestehen kann und soll. Daher könnte es für das weitere ökumenische Gespräch förderlich sein, dass sich beide Kirchen noch einmal ganz neu ihrer bleibenden Herkunft aus Gottes erwähltem Volk Israel vergewissern und daraus Schlussfolgerungen ziehen. In der anschließenden Diskussion hob Pater Schuster hervor, dass Ökumene insbesondere aus gemeinsamem Beten, gemeinsamer Spiritualität und einem gemeinsamen Einstehen für den Glauben erwachsen kann.

14. März  „Was mir zur Lage von Glaube und Kirche Gedanken macht”, Dr. Karl-Josef Schmidt

1. März (Aschermittwoch)   Heilige Messe mit anschließendem Beisammensein in der Hochschule Sankt Georgen

14. Februar   „Abraham und Sarah – als ganze Menschen”, P. Hans-Winfried Jüngling SJ

Pater Jüngling (Professor für Exegese des Alten Testaments) sprach mit uns zunächst über das 15. Kapitel des Buches Genesis. Er zeigte uns, dass Abram (wie Abraham zu diesem Zeitpunkt noch hieß) ein Mensch ist, der trotz der großen Verheißungen, die Gott ihm gibt, ein Fragender bleibt. Der Glaubende darf also Fragen haben. Auch Mose, Jeremia, Zacharia und Maria waren Fragende. Pater Jüngling schaute mit uns sodann auf das Lachen der Sara (in Genesis 18) und das Lachen des Abraham (in Genesis 17). Von den beiden Texten ist Genesis 18 möglicherweise der ältere Text: Es erscheint denkbar, dass das Lachen der Sara, von dem in Genesis 18 berichtet wird, in späterer Zeit auf Abraham übertragen wurde (Genesis 18). Ihr Lachen kann man als „Anbetung  im Unglauben” deuten. So sind Abraham und Sara tatsächlich ganze Menschen, auf die zu blicken (vgl. Jesaja 51, 2) sich auch für uns heute lohnt: Menschen, die vor Gott stehen, auch wenn ihr Glaube angefochten ist.

31. Januar   Mitgliederversammlung 

 

2016
Leitgedanke: „Wenn niemand mehr fragt, dann ist es Zeit zu fragen“

 

13. Dezember   Adventsfeier mit hl. Messe in Sankt Georgen

22. November   „Das Geschäftsmodell von Private-Equity- und Hedge-Fonds”, Dr. Harald Rieger

Freund Rieger berichtete uns, schöpfend auch aus Erkenntnissen aus seiner langjährigen anwaltlichen Beratungspraxis, über das Geschäftsmodell und typische Vorgehensweisen von Private-Equity-Fonds sowie von Hedge-Fonds.

8. November   Ausspracheabend mit aktuellen Themen, u.a.: „Brunnenbau macht Schule in Benin”

An diesem Abend stellte uns unser Gildefreund Prof. Dr. Thomas Deller ein ungewöhnliches Entwicklungshilfeprojekt vor: „Brunnenbau macht Schule in Benin”. Freund Deller hat den Organisator dieses Projektes, Herrn Dr. Arne Thies, zufällig in Frankreich kennengelernt und hält das Projekt für sehr unterstützenswert. Es geht darum, in Benin, einer sehr armen Region Afrikas, Brunnen zu bauen, damit die Bevölkerung sauberes Wasser in ihrer unmittelbaren Nähe fördern kann. Es handelt sich um Hilfe zur Selbsthilfe, denn  der Brunnenbau wird angeleitet durch Brunnenbauer aus einer anderen Region Afrikas und die Brunnen werden ausschließlich aus vor Ort verfügbaren Teilen gebaut. Es werden „Brunnenbauschulen” gebildet, d.h. das Projekt ist von vornherein darauf angelegt, dass die Menschen vor Ort später in eigener Regie weitere Brunnen bauen können. Die Brunnen werden zudem von den Nutzern selbst betrieben, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch materiell etwas zum Bau tragen. Weitere Informationen sind hier zu finden: http://www.bonagera.biz und http://www.brunnenbauschule-benin.de – Viele Mitglieder der Gilde haben das Projekt bereits durch Spenden unterstützt.

11. Oktober   „Veränderungen im Gesundheitswesen”, Dr. Johannes Abel

30. Sept. bis 1. Okt.  Kapitelsitzung in Essen

Der Vortrag von Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, gehalten im Rahmen der Festversammlung am Samstagabend, trug den Titel „Was ist der Mensch? – Glaube und Ethik in einer neuen Realität“. Professor Nagel ist Gründungsmitglied des Deutschen Ethikrats und Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

27. September „Kirche aus Juden und Heiden – die abendländische Kirchenspaltung”, P. Werner Löser SJ

13. September „Glaubensflüchtlinge in der frühen Neuzeit”, Heinz Hupfer

28. Juni „Philosophie”, P. Prof. Dr. H. Watzka SJ

14. Juni „Ausspracheabend

10.-12. Juni Cartellversammlung in Schwerin

17. Mai Geselliges Beisammensein am Wäldchestag

10. Mai „Weltkirche”, Pater Luber SJ

18. / 20. April Einkehrtage im Kloster Jakobsberg:

Gestaltet von P. Prof. Dr. H.-W. Jüngling SJ: „Was können wir aus den Weisheitsbüchern der Bibel über das Menschsein lernen?“

12. April „Kuriale und synodale Strukturen im Bistum Limburg”, Dr. Barbara Wieland

Frau Dr. Wieland studierte Volks- und Betriebswirtschaft sowie katholische Theologie mit Schwerpunkt Kirchengeschichte. 2010 wurde sie zum Thema „Kirche und Zwangsarbeit im Bistum Limburg” promoviert. Sie war und ist kirchlich in vielen Bereichen tätig, etwa im Zentralkomitee der deutschen Katholiken, in der Katholischen Erwachsenenbildung sowie in synodale Gremien wie dem Diözesanrat und der Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken.

8. März „Johannes Cochläus”, Pater Werner Löser SJ:

Pater Löser berichtete über das Leben und die Aktivitäten des Johannes Cochläus, der um die Wende des 15. zum 16. Jahrhunderts lebte und als Humanist zuerst Luthers Ideen zuneigte, dann aber zum überzeugten Gegner des Reformators wurde. – Pater Löser war Professor für Dogmatik und ökumenische Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt und lebt jetzt in der Jesuitenkommunität in der Elsheimer Straße.

23. Februar „Der Lokalteil in einer überregionalen Zeitung”, Peter Lückemeier

Herr Lückemeier, studierter Politikwissenschaftler, ist seit 1980 für die FAZ tätig. Zusammen mit Dr. Matthias Alexander (seit 2007) ist er seit 1990 für die Regionalbeilage der Rhein-Main-Zeitung verantwortlich.

10. Februar Aschermittwochstreffen mit hl. Messe in der Seminarkirche von Sankt Georgen

26. Januar Mitgliederversammlung 2016

Pater J. Schuster SJ: „Gebet zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit von Papst Franziskus“

 

2015
Leitgedanke: „Lebe so, dass man Dich fragt“

 

08. 12. Adventsfeier mit hl. Messe in Sankt Georgen

Unser traditioneller Jahresausklang mit den Patres von Sankt Georgen fand an einem besonderen Tag statt: Die Kirche feierte das Hochfest der unbeflekten Empfängnis Mariens. – Am 8. Dezember 1965 endete das Vatikanum II.  – Der Papst eröffnete in einer eindrucksvollen Zeremonie – z.T. in Anwesenheit seines Vorgängers Benedikt XVI. – das Heilige Jahr der Barmherzigkeit.

Trotz der tendenziell sinkenden Zahlen der Priesteramtskandidaten hat die Hochschule Sankt Georgen den Neubau des Priesterseminars mit 60 Plätzen vorangetrieben; nach Fertigstellung findet am 26. April 2016 die feierliche Einweihung statt.

 

24. 11. „Gesprächsabend“

10. 11. „Religionsfreiheit gegen Meinungsfreiheit – Wann beginnt Blasphemie?“, Pater Prof. Dr. Josef Schuster SJ

24. – 25. 10. Herbstkapitelsitzung in Dortmund

 

13. 10. Privatdozent Dr. Peter Jedlicka: „Computermodelle des Gehirns“

Der in Nitra in der Slowakei am 13. Juli 1976 geborene Peter Jedlicka arbeitet am Neuro Science Center für Neuroanatomie der Universität Frankfurt am Lehrstuhl unseres Freundes Professor Deller. Er studierte ab 1994 an der Commenius-Universität in Bratislava, wo er 2001 zum Dr. med. promoviert wurde. Ab 2001 war er Postgraduate Student in Bratislava und Frankfurt. In den Jahren 2005 bis 2010 war er in Frankfurt, Paris und Dunedin (Neuseeland) tätig. 2015 erfolgte die Habilitation auf dem Gebiet der Neuroanatomie in Frankfurt. Seine Hauptaufgabe sieht er darin, zu verstehen, wie die komplexe Struktur der Neuronen (Nervenzellen) und die interzellulären Verbindungen die Wirkungsweise des Nervensystems beeinflussen (sg).

 

29. 09. „Gemeinschaft Christlichen Lebens / GCL“, Pater Prof. Dr. Werner Löser SJ und Wolfram Doetsch, GCL Frankfurt.

Es gibt Menschen, die, ohne in einem Orden zu leben, sich intensiver einer Gestaltung des Lebens im Glauben zuwenden. Eine solche Gruppe ist die GCL (Gemeinschaft Christlichen Lebens), deren Gruppen über die ganze Welt verteilt ihre Mitglieder haben. Sie sind aus den „Marianischen Congregationen“ hervorgegangen, die durch Jesuiten vor über 400 Jahren gegründet worden sind. Die Mitglieder wollen sich bewusst auf den Glauben einlassen und ihn mitten in ihrem Alltag, als Einzelne oder in der Familie, verwirklichen und leben.

Den Text des Vortrags von Pater Löser SJ findet man in „Archiv – Vorträge“.

 

08. 09. „Dogma versus Barmherzigkeit“, Pater Prof. Dr. Erhard Kunz SJ

„Unter der Überschrift „Dogma versus Barmherzigkeit“ erschien am 30. Mai 2015 in der FAZ ein Artikel von Jörg Bremer. Er behandelt darin den Widerstand von kirchlicher Seite gegen die von vielen (z.B. in Irland) befürwortete sogenannte Homo-Ehe. Auf diese spezielle Frage wird in diesem Vortrag nicht eigens eingegangen. Es wird allgemein nach dem oft spannungsvollen Verhältnis zwischen vorgegebener kirchlicher Lehre („Dogma“) und dem wertschätzenden, barmherzigen Eingehen auf Menschen in ihren konkreten Lebenssituationen gefragt. Diese Spannung zeigt sich bei manchen innerkirchlichen Konflikten in der Nachkonzilszeit, z.B. bezüglich der Aussagen des Lehramtes zur Empfängnisverhütung, zur Frauenordination, zum Ausschluss wiederverheirateter Geschiedener von den Sakramenten. Im Vorfeld der bald beginnenden Bischofssynode wird das Spannungsverhältnis deutlich. In einem Kommentar hieß es (sicher überspitzt): „Die einen rücken das Dogma ins Zentrum, die anderen die Pastoral, wonach Jesus gelehrt habe, niemanden von der Barmherzigkeit Gottes auszuschließen.“ Wie verhält sich die Barmherzigkeit zum „Dogma“, zu kirchlichen Lehren und Weisungen? Im Vortrag werden dazu in drei Schritten eher allgemeine Aspekte angedeutet:

1. Die Grundbotschaft, sozusagen das „Grunddogma“ des christlichen Glaubens ist die Botschaft von Gottes unbedingter barmherzigen Liebe zu allen Menschen. Diese barmherzige Liebe ist radikal (nicht ausschließlich) in Jesus Christus offenbart und mitgeteilt.

Die Botschaft von Gottes barmherziger Liebe sagt nicht eine Wahrheit aus, die neben anderen Wahrheiten steht, sondern sie sagt eine Wahrheit aus, von der her und auf die hin alle anderen Wahrheiten zu verstehen sind.

Papst Franziskus sagt es so: „Ich habe eine dogmatische Sicherheit: Gott ist im Leben jeder Person … Auch wenn das Leben eines Menschen eine Katastrophe war, wenn es von Lastern zerstört ist, von Drogen oder anderen Dingen: Gott ist in seinem Leben … Auch wenn das Leben einer Person ein Land voller Dornen und Unkraut ist, so ist doch immer Platz, auf dem der gute Samen wachsen kann: Man muss auf Gott vertrauen“. (Interview, S. 67). „Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters. Das Geheimnis des christlichen Glaubens scheint in diesem Satz auf den Punkt gebracht.“ (Misericordiae Vultus. Veröffentlichungsbulle zum Jubiläum der Barmherzigkeit, Nr. 1). „Barmherzigkeit – in diesem Wort offenbart sich das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Barmherzigkeit ist der letzte und endgültige Akt, mit dem Gott uns entgegentritt. Barmherzigkeit ist das grundlegende Gesetz … Barmherzigkeit ist der Weg, der Gott und Mensch vereinigt; denn sie öffnet das Herz für die Hoffnung, dass wir, trotz unserer Begrenztheit aufgrund unserer Schuld, für immer geliebt sind“.(ebd. Nr. 2).

Bei Papst Johannes Paul II lesen wir in seiner (sehr beachtenswerten) Enzyklika „Dives in misericordia“ (1980): Das Erbarmen „stellt den Grundinhalt der messianischen Botschaft Christi dar und den eigentlichen Impuls seiner Mission“ (Nr. 6). Auf zwei Aspekte im Verständnis von Barmherzigkeit weist Johannes Paul II eindringlich hin: Barmherzigkeit bedeutet nicht, einen Elenden, einen Versager von oben herab zu behandeln, sondern es bedeutet zutiefst, den anderen wertzuschätzen, seine bleibende persönliche Würde anzuerkennen, sich über ihn zu freuen – so wie der barmherzige Vater es gegenüber seinem zurückkehrenden Sohn tut.(Nr. 6) – Sodann: „Die erbarmende Liebe ist in den zwischenmenschlichen Beziehungen nie ein einseitiger Akt oder Prozess. Selbst dort, wo allem Anschein nach nur ein Teil gibt und der andere nur empfängt und nimmt …, wird tatsächlich auch der Geber immer zum Beschenkten.“ „Der gekreuzigte Jesus ist uns hierin im Höchstmaß Beispiel, Anregung und Aufruf“; denn er selbst ist auf die Zuwendung anderer angewiesen. Fehlt diese Gegenseitigkeit, dann sind unsere Handlungen keine echten Akte des Erbarmens. So stiftet die erbarmende Liebe Gleichheit unter den Menschen, ohne die Unterschiede auszulöschen. (Nr. 14). „Der Mensch hört nicht auf, groß zu sein, auch nicht in seiner Schwäche.“

2. Damit die grundlegende Wahrheit von Gottes barmherziger Liebe zu allen Menschen im persönlichen und gemeinschaftlichen Leben angenommen und wirksam wird, muss sie auch im gemeinsamem Bekenntnis, in Glaubenslehren und Weisungen entfaltet werden.

Zutiefst erscheint Gottes barmherzige Liebe in Jesus Christus, in seiner Verkündigung, seinem Handeln, seiner Hingabe bis zur Vollendung; also in einem Geschehen. Dieses Geschehen aber muss, um wirksam zu werden, auch in Worten erschlossen und übermittelt werden. Jesus selbst verkündet die Frohe Botschaft vom Kommen der Liebe Gottes auch, indem er das Volk lehrt.
„Als Jesus ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie vieles“ (Mk 6,34). Man kann dabei auch an die Bergpredigt denken, in der Aussagen über Gott und ausführlich über das entsprechende Verhalten der Menschen gemacht werden. Diese Worte gilt es zu hören und danach zu handeln (Mt 7,24). „Die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre“ (Mk 1,22).

Diese Entfaltung in Bekenntnisaussagen, in Glaubenslehren und Weisungen setzt sich im Leben der Glaubensgemeinschaft fort. Der erste Ort des Bekenntnisses ist das persönliche und gemeinschaftliche Gebet, der staunende, dankende Lobpreis. „Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht…“ (Mk 7,37; vgl. Mt 14,33; 15,31). Die kirchliche Gemeinde antwortet auf das in Jesus empfangene Heil in Lobliedern, und darin werden auch grundlegende Glaubenswahrheiten bekannt (s.z.B.: Brief an die Kolosser 1,12 – 19). Die weitere Entfaltung geschieht in Katechese , Theologie, im kirchlichen Lehramt (z.B. in Konzilien). In kritischen Situationen sehen sich kirchliche Amtsträger zu verbindlichen Lehraussagen verpflichtet, damit die Einheit und Wahrheit des Glaubens gewahrt bleibt. So entstehen die „Dogmen“ in ihren unterschiedlichen, auch zeitbedingten Formen und Verbindlichkeitsgraden. Dabei darf man sich nicht auf die Formulierungen fixieren. Sie sind Wegweisungen zum Eigentlichen, zur barmherzigen Liebe Gottes. „Wir glauben nicht an Formeln, sondern an die Wirklichkeiten, die diese ausdrücken und die der Glaube uns zu `berühren´ erlaubt … Doch wir nähern uns diesen Wirklichkeiten mit Hilfe der Glaubensformeln. Diese ermöglichen den Glauben auszudrücken und weiterzugeben, ihn in Gemeinschaft zu feiern, ihn uns anzueignen und immer mehr aus ihm zu leben.“(Katechismus der Katholischen Kirche, 1993, Nr. 170).

Da in den Dogmen und Weisungen die frohe Botschaft von Gottes barmherziger Liebe entfaltet und geschützt werden soll, ist ihnen prinzipiell mit einer positiven Einstellung und Offenheit zu begegnen. Aber wie kann ich die doch oft sperrigen,manchmal vielleicht abschreckenden `Dogmen´ so verstehen, dass sie mir einen Zugang zur barmherzigen Liebe Gottes wirklich eröffnen helfen und ihn nicht versperren?

3. Damit das Verständnis der überlieferten Dogmen und Weisungen wirklich der barmherzigen Liebe Gottes entspricht, muss es offen sein auch für das Wirken des Heiligen Geistes auf dem Weg der Geschichte in der Gemeinschaft der Menschen.

Wie werden Dogmen und Gebote so verstanden, dass sie in der jeweiligen geschichtlichen Situation den Blick auf die barmherzige Liebe Gottes nicht verstellen, sondern offen halten? Ein solches offenes Verständnis ist nicht selbstverständlich. Es besteht die Gefahr, dass die überlieferten dogmatischen Sätze und Gebote mit ihren Formulierungen auf die Vergangenheit fixiert und nur von ihr her verstanden werden und nicht in die jeweilige gegenwärtige Situation übersetzt werden. Dieser Gefahr erlagen Schriftgelehrte und Pharisäer, mit denen Jesus sich auseinandersetzen musste. Sie beriefen sich auf überlieferte Auffassungen und waren blind für das barmherzige Wirken Gottes in Jesus. Es ist auch die Gefahr von Menschen, die die Glaubenslehren der Kirche sehr ernst nehmen und den Geboten der Kirche sehr treu sein wollen – was sehr zu loben und anzuerkennen ist – , die aber dabei weniger beachten, dass der Geist Gottes auch Grenzen öffnet und dass er weht, wo er will (vgl. Joh 3,8); dass er auf dem österlichen Weg in die ganze Wahrheit führt (vgl. Joh16,13). „Der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und alles erinnern, was ich euch gesagt habe“(Joh 14,26). „Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig“ (2 Kor 3,6). Der Geist bewegt, lässt aufbrechen. „In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sei, die Länge und Breite, die Höhe und die Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt“ (Brief an die Epheser 3,17). Verwurzelt sein, auf einem guten Fundament stehen und zugleich offen sein in die Weite – nur in dieser spannungsreichen Haltung wird man verstehen, was die überlieferten „Dogmen“ in der konkreten geschichtlichen Situation sagen. Gott führt sein Volk auf dem Weg der Geschichte. Auch Glaubenssätze sind daher nicht endgültig abgeschlossen. Sie müssen offen sein für ein erweitertes Verständnis.

Und dieses Verständnis ist immer auch dialogisch zu gewinnen, im Hören auf andere. Hilfreich ist, was Papst Johannes Paul II über die Barmherzigkeit sagt (siehe oben Punkt 1): Zur Barmherzigkeit gehört wesentlich die Wertschätzung der anderen und die Bereitschaft, von anderen zu lernen und sich beschenken zu lassen. So wird auch das Verständnis der Glaubensaussagen der Barmherzigkeit nur entsprechen, wenn es auch aus dem hörenden, lernbereiten Dialog mit denen entspringt, auf die sie sich beziehen und denen sie verkündet werden. Wenn also lehramtliche Aussagen über Ehe und Familie gemacht oder interpretiert werden, gilt es, dabei auch Eheleute einzubeziehen und auf sie zu hören. Eine amtliche Entscheidung über das Priestertum der Frau muss auch aus dem Gespräch mit Frauen erwachsen, gerade auch mit Frauen, die eine tiefe geistliche Berufung zum Priestertum in sich erfahren. Entsprechendes gilt für die anderen Fragen, bei denen heute von vielen ein Konflikt zwischen Dogma und Barmherzigkeit empfunden wird.

Die Klärung dieser Fragen muss in einem gemeinsamen Prozess der Unterscheidung der Geister geschehen. Darauf weist Papst Franziskus immer wieder hin und gibt dazu z.B. in seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium bedenkenswerte Anregungen.

Zum Schluss einige Sätze von Kardinal Walter Kasper:
„Die Offenbarungswahrheit ist ja kein in Stein gemeißeltes starres System, sondern ein durch den Geist des lebendigen Gottes in die Herzen von Fleisch geschriebener Liebesbrief Gottes (vgl. 2 Kor 3,3). Gott ist durch seinen Geist ohne Unterlass im Gespräch mit der Kirche, der Braut seines Sohnes, um sie immer wieder neu in die ganze Wahrheit einzuführen (Joh 16,13) und das Evangelium, das immer dasselbe ist, in seiner ewigen Neuheit zu erschließen. Die Barmherzigkeit ist diese ewige Neuheit.“
(Walter Kaper, Nochmals: Zulassung von wiederverheiratet Geschiedenen zu den Sakramenten? Ein dorniges und komplexes Problem, in: Stimmen der Zeit, 2015, 442.
Zum Thema Barmherzigkeit insgesamt: Walter Kasper, Barmherzigkeit. Grundbegriff des Evangeliums – Schlüssel christlichen Lebens, Herder 2012).“
(jb1609kunz)

 

18. 07. 15:00 Uhr Waldgottesdienst: „Natur erleben – Gott begegnen“

Inspiriert vom sommerlichen Wetter und der wunderschönen Umgebung im Taunus unterhalb des Feldbergs hatte Pater Schuster SJ  mit „Laudato si“ das Motto dieses Gottesdienstes incl. Predigt dem Sonnengesang des hl. Franziskus entnommen. Papst Franziskus hat seine gleichnamige Enzyklika der „Sorge für das gemeinsame Haus“ gewidmet.

– Im Anschluß haben wir uns ab 17:00 Uhr zum gemeinsamen Beisammensein in „Miro`s Ristorante“ in Königstein/Ts. getroffen.

 

09. 06. Pater Claus Recktenwald SJ: „An die Grenzen gehen“ – Perspektiven für Jesuiten in der Dritten Welt

Geboren wurde Claus Recktenwald 1982 in Homburg/Saar. Seit 2004 studierte er in Sankt Georgen, der Frankfurter Jesuitenhochschule, Theologie und Philosophie und trat 2006 das Noviziat im Jesuitenorden an. Nach einem Einsatz in der Katholischen Jugendarbeit in Hamburg schloss er sein Studium 2010 bis 2013 in Paris ab. Im September 2013 wurde er in Mannheim zum Priester geweiht. Bis zu seinem Einsatz in St. Ignatius verbrachte er zwei Monate im Amazonasgebiet und arbeitet seit dem 1. Januar 2014 in der Seelsorge an der Rektoratskirche St. Ignatius in Frankfurt.

Im August wird er Frankfurt verlassen, um in Göttingen ein Aufbaustudium der Agrarwissenschaften zu beginnen. Danach erwarten ihn vielfältige Aufgaben in der Dritten Welt.

In sehr persönlicher Form hat uns Pater Recktenwald SJ dargestellt wie die Jesuiten ihre neuen Mitglieder im „Normalfall“ ausbilden – und inwieweit sein eigener Weg Besonderheiten aufweist und wie der Orden seine – z.T. noch unfertigen – Ideen tatkräftig unterstützt (hat). Auf dem „Jakobsweg“ inmitten der Natur hatte er eine erste vage Vorstellung darüber entwickelt, dass seine Zukunft im Orden etwas mit einer Tätigkeit in der Natur bzw. im Agrarbereich zu tun haben könnte. Grundlegend war und ist für ihn dabei immer der Wunsch, Christus durch sein Engagement näher zu kommen. Wie die praktische Umsetzung seiner Ideen in den ärmsten Gegenden der Welt in etwa aussehen könnte, konnte Pater R. bei seinem Aufenthalt in Peru studieren. Nach seiner Zeit in Frankfurt und vor Aufnahme des Studiums der Agrarwissenschaften wird er weitere praktische Erfahrungen in einer Jesuitenaktivität in Sambia sammeln können. Afrika hat für die Jesuiten eine hohe Priorität.

Wir konnten einen ersten Eindruck davon gewinnen, wie umfangreich (und weltumspannend) diese Aktivitäten der Jesuiten schon sind. Unter dem jetzigen Papst – mit seinem bekannt guten Draht zum Pater General – werden diese Aktiviten „an den Rändern“ sicher eher zunehmen. Pater Recktenwald erwarten daher wichtige Aktivitäten für die Ärmsten der Welt.

 

26. 05. ab 18:00 Uhr „Wäldchestag für Jung und Alt“ im Restaurant „Mutter Krauss“, Schwalbach/Ts.

 

15. – 17. 05. Cartellversammlung in Würzburg

 

12. 05. Aussprache zu aktuellen Themen

 

28. 04. Prof. Dr. Dr. Jörg Splett „Gebete“

Biographie des Referenten:

Geb. 1936 in Magdeburg. Studien der Philosophie und Theologie in Pullach, Köln und München. Nach der Promotion war er Assistent bei Pater K. Rahner SJ und ab 1968 Dozent am Berchmanskolleg, Pullach. 1971 erfolgte die Habilitation (Bibl. I. 7) und Berufung an die Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/M. Zugleich war er als Gastprofessor an der Hochschule für Philosophie in München tätig. Vortragstätigkeit in der Erwachsenen-, Lehrer- und Priesterfortbildung, sowie in der Schülerarbeit beanspruchen seine Zeit. Außer den Monographien und Büchern finden sich zahlreiche Veröffentlichungen in deutschen wie ausländischen Zeitschriften und Sammelwerken.

In seinem lebhaften Vortrag erläuterte Professor Splett das Verhältnis von Mensch und Gott und die daraus resultierende (angemessene) „Kommunikation“ zwischen Schöpfer und Geschöpf. Die angedeuteten unterschiedlichen Formen von Gebetsinhalten – beginnend mit dem Dank, hin zu Bitte und Anbetung – waren Gegenstand und anschliessed Basis der Fragen der Zuhörer.

 

15. – 17. 04. Region Südwest im CRM: Einkehrtage im Kloster Jakobsberg – Pater Prof. Dr. Werner Löser SJ: „Schwerpunkte christlicher Spiritualität“. Der Referent hat u.a. zu folgenden Themen gesprochen:

– Glaube und Vernunft

– Glaube-Hoffnung-Liebe

– Das Geschenk der Hoffnung

– Eros und Agape                und

– Unterbrechung der Zeit.

Pater Löser war dankenswerterweise kurzfristig eingesprungen für den erkrankten Pater Prof. Dr. Ansgar Wucherpfennig SJ, Rektor Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt/M.: Sein vorgesehenes Thema: „Paulus` ABC für das Zusammenleben von Christen: der Erste Korintherbrief“.

 

24. 03. JProf Pater Dr. Tobias Specker SJ „Islamische Theologie in Deutschland – was ist von den neuen Studien zu erwarten?“

Pater Dr. Tobias Specker SJ ist Juniorprofessor für „Katholische Theologie im Angesicht des Islams“ an der Hochschule Sankt Georgen. Seine Ernennung steht im Zusammenhang mit der Errichtung der gleichnamigen Stiftungsprofessur an der Philosophisch-Theologischen Hochschule zum 1. Oktober 2014. Die Inhalte dieser Professur sind hauptsächlich der interreligiöse und der christlich-islamische Dialog.

Pater Specker wurde 1971 am Niederrhein geboren. Nach dem Zivildienst und dem Studium der Germanistik und Theologie in Freiburg und Bochum wurde er im Fach „Fundamentaltheologie“ promoviert. Nach unterschiedlichen Stationen im Jesuitenorden studierte er an der Universität in Frankfurt das Fach „Islamische Studien“, um dann 2014 die Siftungsprofessur in Sankt Georgen zu übernehmen.

 

10. 03. Johannes Pfannmüller: „Johannespassion“ Referat incl. Tonbeispiele (Zur Person des Referenten vergl. 25. 11. 2014).

J.S.Bach gehört heute zu den am häufigsten aufgeführten Komponisten weltweit – und das, obwohl sein Werk für hundert Jahre nach seinem Tod 1750 praktisch vergessen war.

Bach hat seine Johannespassion im Alter von 38 Jahren im Jahr 1724 (kurz nach seiner Ankunft in Leipzig) innerhalb weniger Wochen geschrieben. Allerdings hat er die Johannespassion immer wieder, zuletzt 1749 kurz vor seinem Tod, überarbeitet. Es handelt sich um ein monumentales – etwa zweistündiges Werk -, in dem der Komponist dem Geschehen rund um den Evangelientext zur Passion Christi eine tiefe theologische Deutung gegeben hat. – Unterstützt durch eindrucksvolles Notenmaterial hat Herr Pfannmüller uns eingehend in den hochkomplexen Eingangchor eingeführt.

P.S.: Am 7. März hat die „junge kantorei“ in der St. Josefs-Kirche, Frankfurt-Höchst, die Johannespassion aufgeführt. Dank der wachen Initiative von Th. Deller konnten mehrere Freunde der vKG sich an diesem gut gelungenen Konzert erfreuen.

 

18. 02. Aschermittwochstreffen mit hl. Messe in Sankt Georgen

Pater W. Köster SJ, der dankenswerterweise den erkrankten Pater J. Schuster SJ vertrat, hat in seiner Predigt eindrucksvoll aufgezeigt, wie man die Fastenzeit – die „Österliche Bußzeit“ – für eine Überprüfung des eigenen Lebens nutzen kann. Schon kleinere Verhaltensänderungen können ausreichen, damit die „ganze Richtung wieder stimmt“.

 

10. 02. ZDF-Moderatorin Susanne Conrad (geboren 1958 in Freiburg; seit 1984 beim ZDF): „Sterben für Anfänger“

Ihr Buch „Sterben für Anfänger“ beruht auf eigenem Erleben: Im Jahr 2002 war Frau Conrad lebensbedrohend an Krebs erkrankt. Sie schreibt: „In unserer auf Leistung und Spaß ausgerichteten Gesellschaft haben wir den Umgang mit dem Tod verlernt. Wir haben ihn aus unseren Gedanken verbannt und alte Abschieds- und Trauerrituale vergessen. Aber es ist wichtig, sich mit dem Tod vertraut zu machen und ihm wieder seinen Platz in unserem Leben zu geben. Denn jede Begegnung mit Tod und Sterben bringt nicht nur Trauer und Schmerz, sie bietet auch die großartige Gelegenheit, vieles zu erfahren und zu entdecken – über andere, aber vor allem über uns selbst und den Sinn des Lebens“.

In ihren interessanten, sehr persönlich gehaltenen Bemerkungen hat Frau Conrad zu einzelnen Aspekten Stellung genommen:

„Wie können wir den Umgang mit Sterben und Tod lernen?

In früheren Zeiten war der Tod durch Krankheiten, Hungersnöte und Kriege allgegenwärtig. Da konnte man ihm nicht aus dem Weg gehen. Heute leben wir – zumindest hierzulande – in friedlichen Zeiten, viele Krankheiten sind beherrschbar und wir werden im Schnitt doppelt so alt wie noch vor 150 Jahren. Das hat allerdings dazu geführt, dass wir dem Thema unter Umständen jahrzehntelang aus dem Weg gehen können. Wir haben es aus unserem Alltag ausgelagert und den Umgang mit Sterbenden und Toten abgegeben in fremde, professionelle Hände. So trifft uns die Begegnung mit dem Tod und die Konfrontation mit der eigenen Sterblichkeit heute meist völlig unvorbereitet. Deshalb sollten wir dem Tod wieder einen Platz in unserem Leben zu geben. Da gibt es unendliche viele Möglichkeiten, das zu üben: indem wir etwa in einer Patientenverfügung über das eigene Ende nachdenken oder einen anderen in schwerer Krankheit oder beim Sterben begleiten. Wenn wir uns mit dem Tod vertraut machen, wird die Angst vor ihm geringer.

Gehen gläubige Menschen anders mit dem Tod um?

So lange der Tod abstrakt und weit weg ist, hilft einem religiösen Menschen sicher die Vorstellung, dass der Tod nicht das Ende ist. Aber wenn der Tod plötzlich zur Realität wird, wenn ein geliebter Mensch stirbt oder man selbst nicht mehr viel Zeit hat, dann ist ein Gläubiger mit den gleichen Ängsten und Zweifeln konfrontiert wie ein Nicht-Gläubiger. Kardinal Lehmann hat mir erzählt, dass nach dem frühen Krebstod seines jüngeren Bruders, der eine Familie mit Kindern hinterließ, auch er mit dem Tod gehadert hat. Er hat ihn als ungerecht und unbarmherzig empfunden. Die Begegnung mit dem Tod ist also eine Herausforderung für jeden Menschen. Ein Gläubiger allerdings findet Trost und Halt im Vertrauen darauf, dass er diesen schweren Weg nicht alleine gehen muss, denn Gott verspricht: Ich bleibe immer bei Dir.

Wie ich mich mit dem Tod als möglicher Konsequenz auseinandergesetzt habe?

Zuerst hatte ich schreckliche Angst, Todesangst. Ich war 43 und, wie ich fand, viel zu jung zum Sterben. Ich hatte drei Kinder und noch so unendlich viel vor. Deshalb war ich, wie gesagt, auch wild entschlossen, zu kämpfen. Gleichzeitig habe ich zum ersten Mal aber auch begriffen, und zwar wirklich begriffen, dass mein Leben endlich ist. Das hat meinen Blick weit geöffnet für vieles, das ich zuvor nicht oder anders gesehen habe. Mir wurde klar, dass ich nur dieses eine Leben habe, diese einzigartige, unwiederholbare Gelegenheit. Heute lasse ich die Zeit nicht mehr achtlos vorbeirauschen und ich habe gelernt Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Über Kleinigkeiten rege ich mich nicht mehr auf und verschiebe Dinge, die mir wichtig sind, auch nicht mehr auf später. Denn später, das habe ich erkannt, ist es irgendwann vielleicht zu spät.

Ist der Tod das Ende, oder kommt etwas danach?

Ich bin gläubige Katholikin. Trotzdem – auch das habe ich durch die Konfrontation mit dem Tod gelernt – gibt es für mich keine Gewissheiten. Auch nicht in der Frage nach dem „danach“. Wenn es Gewissheit gäbe, müsste man ja nicht mehr suchen, nicht mehr fragen, nicht mehr hoffen. Und genau diese Dinge machen, meines Erachtens, das Leben doch aus. Deshalb ist das Suchen für mich heute wichtiger als Endgültiges zu finden. Und da ist die Hoffnung, die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.“

 

27. 01. Mitgliederversammlung

 

2014 – Leitgedanke: „Mit Christus Brücken bauen“

 

09. 12. 18:15 Uhr Adventstreffen mit hl. Messe und anschliessendem Abendessen in Sankt Georgen

Traditionell beenden wir das Jahr mit einem besinnlichen Adventstreffen in Sankt Georgen – Pater W. Köster SJ war unser Gastgeber. Die Zeit von Pater Köster SJ als Rektor von Sankt Georgen geht nach sechs Jahren zuende, sein Nachfolger wird Pater H. Watzka SJ. – Sowohl Pater J. Schuster SJ als auch (zwei Monate später) Pater W. Köster SJ ziehen in die „Elsheimer Strasse“ um; wir können also hoffen, sie immer mal wieder in St. Ignatius zu treffen.

 

25. 11. „Messvertonungen im Spiegel der Zeit am Beispiel verschiedener Kyrievertonungen“

 

Johannes Pfannmüller, geboren 1962 in Frankfurt, begann seine sängerische Ausbildung im Kinderchor des hessischen Rundfunks. Es folgten Studien der Philosophie und Theologie in Frankfurt, sowie der Schulmusik mit dem Hauptfach Orgel und Gesang. Seit 1999 ist er Lehrer am Lessing-Gymnasium, einer Schwerpunktschule für Musik. Er ist Fachbereichsleiter Musik mit dem besonderen Bereich „Leitung von Schulorchestern“.

1992 begann er seine Organisten- und Chorleitertätigkeit in der Jesuitenkirche St. Ignatius in Frankfurt.

Rege Konzerttätigkeit als Tenor, speziell im oratorischen Bereich, und die Zusammenarbeit mit dem Kinderchor Frankfurt füllen einen großen Teil seiner Zeit aus.

Der Referent begann seine differenzierten Ausführungen – unterlegt mit den entsprechenden Musikbeispielen – mit der „Gregorianik“ und endete mit modernen Musikstücken von Arvo Pärt (Este, geboren 1935) und zuletzt der „Misa Criolla“ des 1921 geborenen Ariel Ramirez. – Insbesondere das „Kyrie“ ist immer wieder von den verschiedensten Komponisten in ihren „Messen“ in dem Stil ihrer Zeit vertont worden: Palestrina, Bach, Mozart, Schubert, Bruckner.

 

11. 11. „Jesuiten-Flüchtlingsdienst“ Pater Bernd Günther SJ

Pater Günther SJ, 1962 geboren, im Jahr 1986 Eintritt in den Jesuitenorden, ist seit dem 1. Januar 2014 Kirchenrektor (Pfarrer) der Jesuitenkirche St. Ignatius im Frankfurter Westend.

Vor Jahren hat er in Berlin die Deutsche Zentrale des Flüchtlingsdienstes der Jesuiten gegründet und kontinuierlich ausgebaut. Schwerpunkt war die Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen. – Nach einer Mitarbeit in der Missionsprokur in Nürnberg war er mehrere Jahre Sozius des Provinzials seines Ordens.

 

28. 10. „Dialog zwischen der Katholischen Kirche und der Orthodoxie“ Frau Prof. Dr. Theresia Hainthaler

Frau Professor Hainthaler hat gerade an einer Konferenz der beiden Kirchen teilgenommen.

Als Orientalistin und promovierte Theologin lehrt sie an der Jesuiten Hochschule Sankt-Georgen Christologie der Alten Kirche und Theologie des Christlichen Ostens. Zusätzlich hat sie Mathematik studiert.

Seit 1994 ist sie verantwortlich für das Forschungsprojekt „Jesus der Christus im Glauben der Kirche“ (begründet von Prof. Dr. A. Grillmeier SJ). Ihr besonderes Augenmerk richtet sie auf das Verhältnis von katholischer und orthodoxer Kirche(n). Frau Hainthaler ist  Mitglied in einigen Abteilungen des Päpstlichen Einheitsrates und in der Ökumene-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz.

Die Beziehungen zwischen der römisch-katholischen Kirche und der Orthodoxie.

“Ost-Erweiterung” in der Ökumene:

“Seit der großen Wende in Europa sind … auch die Orthodoxen Kirchen stets deutlicher in den

Vordergrund des ökumenischen Bewusstseins getreten. Diese stehen unserer Kirche vom

Glaubensverständnis her sehr nahe; von ihrem historischen und kulturellen Hintergrund her erscheinen

sie freilich als entfernter als die aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen und kirchlichen

Gemeinschaften. Die Berücksichtigung der Stimme der Orthodoxie erweist sich aber als unabdingbar,

um auch bei der Bewältigung der Probleme der westlichen Kirchenspaltung Fortschritte machen zu

können. In diesem Sinn kann man Kardinal Walter Kaspers Ermutigung zu einer ‘Ostererweiterung’

auch in der Ökumene nur unterstützen, womit er die vordringliche Zumutung von Papst Johannes Paul

II. aufgenommen hat, daß die Einheit der Kirche nur möglich sein wird, wenn die eine Kirche in Ost und

West wieder mit beiden Lungenflügeln atmet. Auch die politische Sensibilität in Europa kann nur

gelingen, wenn es auch zu Annäherungen zwischen West- und Ostkirche kommt.”

Kurt Koch, Dass alle eins seien. Ökumenische Perspektiven (Augsburg 2006) 15-16:

Übersicht über die Orthodoxen Kirchen und kurzer Rückblick auf die Gründe für die Trennung

zwischen Ost und West (eher Entfremdung, theologische Gründe erst im Nachhinein).

Kardinal Kasper 2003: “Ost und West haben sich nicht so sehr auseinander diskutiert, sondern sich

praktisch auseinander gelebt”. Und daher: “Ost und West müssen sich deshalb heute in einem längeren

und mühsamen Prozess wieder zusammenleben, gegenseitiges Verständnis, Vertrauen und

Zusammengehörigkeitsbewusstsein aufbauen.”

Die Beziehungen im 20. Jh. entwickeln sich aus Gesten der Annäherung („Dialog der Liebe“) bis zur

Aufnahme des theologischen Dialogs 1980, der zu insgesamt 5 gemeinsamen Dokumenten geführt hat,

zuletzt 2007 (Ravenna). Aktuell ist das Thema die „Rolle des Bischofs von Rom in der Communio der

Kirche“ seit 2007. Die Vollversammlungen Paphos (2009), Wien (2010) und Amman (2014) haben

noch kein neues Dokument erbracht; die Entwürfe dazu wurden am Ende nicht von allen angenommen.

Aktueller Stand:

Der letzte Entwurf von Amman soll 2015 vom Gemeinsamen Koordinationskomittee theologisch

verbessert und dann auf der nächsten Vollversammlung beraten werden (vermutlich 2017, da an

Pfingsten 2016 das panorthodoxe Konzil im Phanar, Istanbul geplant ist).

Probleme im theologischen Dialog derzeit:

– Konfrontation Moskau – Konstantinopel (seit Belgrad 2006)

– Antiökumenische Kräfte (Confession of faith against ecumenism 2009, Paphos 2009)

– Historischer Zugang nicht akzeptiert (Entwurf engl.-sprachige orth.-kath. Subkommission) (Kreta 2008, Wien 2010)

– Ravenna-Dokument von Moskau und Georgien nicht akzeptiert (Amman 2014)

– Theologisches Modell Zizioulas nicht akzeptiert (Amman 2014)“.

 

17. – 18. Oktober Herbstkapitelsitzung, Berlin

„Wo ist Gottes Raum?“

Rund 100 CRM-Mitglieder haben sich in Berlin getroffen, um unter dem o.a. Thema über die “Antworten der Kirche auf den gesellschaftlichen und demografischen Wandel“ zu diskutieren.

Schwerpunkt war eine gut besetzte Podiums-Diskussion, u.a. mit dem Berliner Weihbischof Dr. Heinrich und dem „Kritiker“ Prof. H.-J. Meyer. Die aktuellen Gemeindestrukturreformen bildeten den Kern der Erörterungen. Welche nur kurzfristig wirkende bzw. eher zukunftsweisende Antworten unsere Kirche auf den deutlich messbaren Rückgang der Gläubigen und die verminderte Anzahl der Priester gibt, ist je nach Bistum unterschiedlich. Trotz aller äußerlichen „Zwänge“ müssen die seelsorglichen Aspekte im Vordergrund stehen. Endgültige – für Alle akzeptable – Lösungen gibt es nicht und kann es angesichts der höchst unterschiedlichen Ausgangslagen auch wohl nicht geben. Eine rückwärts gewandte, verklärende Sicht ist jedenfalls kein Rezept.

Das Treffen wurde mit einem festlichen Abend beendet. Ein Glanzpunkt waren die wunderbaren Gesangseinlagen der Konzertsängerin Ruth Fiedler (Nomen est …).

Zu der Cartellversammlung 2015 sind wir vom 15. auf den 17. Mai nach Würzburg eingeladen. – Das nächste Herbstkapitel findet vom 23. auf den 25. 10. 2015 in Dortmund statt.

 

14. 10. Aussprache zu aktuellen Themen

(1) „Bischofskarussel Pater J. Schuster SJ: In den letzten Monaten haben in Deutschland vier Bistümer einen neuen Oberhirten erhalten: Erfurt, Freiburg, Köln und Passau. Weitere drei Diözesen warten noch auf einen neuen Bischof: Berlin, Hamburg und Limburg. Wegen der verschiedenen Konkordate ist bei uns die Wahl eines Bischofs nicht einheitlich geregelt. Die meisten „Freiheiten“ hat der Papst in Bayern, ansonsten ist das örtliche Domkapitel – als Repräsentant der Ortskirche – unterschiedlich stark eingebunden. Nicht immer transparent ist die Rolle des Nuntius.

Die Verfahrensweise bei der (Aus-)Wahl der Bischöfe ist allgemein aber besonders anlässlich der „causa Limburg“ stark hinterfragt worden. Einige Fragen: Wie weit darf das Domkapitel bei der Auswahl (Terna) übergangen werden? Wie lässt sich – ohne die gebotene Vertraulichkeit zu verletzen – bei nicht vom Domkapitel genannten Anwärtern die Kenntnis über zur Wahl stehende Kandidaten verbessern? Wie lässt sich die grundsätzlich gewünschte stärkere Mitwirkung der Ortskirchen erreichen und absichern?

(2) Tierversuche“ Prof. Thomas Deller: In Deutschland sind Tierversuche legal – und sehr streng reglementiert. In der letzten Zeit mehren sich jedoch die Anzeichen dafür, dass „radikale Tierversuchsgegner“ bei dem Kampf gegen diese Forschungsmöglichkeit immer aggressiver werden – bis hin zu pauschalen bzw. persönlichen Beleidigungen der Wissenschaftler, die auch vor aktiver Bedrohung nicht Halt machen. Als kürzlich dem deutsche Forscher Stefan Hell der Nobelpreis für Chemie verliehen worden war, wurde er wegen der genutzten Tierversuche angegriffen, seine bahnbrechenden Ergebnissse sind dabei fast völlig untergegangen.

Die aggressive Stimmung gegen legale Tierversuche droht Deutschland als Wissenschaftsstandort in diesen Bereich nachhaltig zu gefährden. – Den gesamten Fragenkomplex wird Prof. Deller im nächsten Jahr in einem eigenen Vortrag noch einmal ausführlich darstellen.

(3) „Hilfe für Mutter und Kind“/Lebensschutz J. Beckermann: Der von Mitgliedern des CRM im Jahr 2000 gegründete HMK eV – auch „LebenalsGeschenk“ – hat sich zum Ziel gesetzt, das Leben in all seinen Facetten umfassend zu schützen. Mit Hilfe einer systematischen Öffentlichkeitsarbeit soll der Versuch gemacht werden, das gesellschaftliche Bewusstsein im Sinne einer „Kultur des Lebens“ zu beeinflussen. Ein Schwergewicht dieser Arbeit sind die seit mehreren Jahren durchgeführten Videointerviews, die insgesamt bereits über 170.000mal angeklickt worden sind (YouTube JWBHMK).

 

30. 09. Dr. med. J. Abel: „Gesundheitswesen in Deutschland – Versuch einer Standortbestimmung“

Freund Abel ist seit 2008 als Facharzt für Innere Medizin mit einem Kollegen in der internistisch-kardiologischen Gemeinschaftspraxis Westend tätig.

Nach Schulzeit und dem Studium der Humanmedizin in Frankfurt war er für ein praktisches Jahr am Mount Sinai Medical Center in New Haven. Es folgte die Assistenzzeit am Hospital zum Heiligen Geist in Frankfurt. Von 2000 bis 2007 war er Oberarzt in der Medizinischen Klinik I für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie des Klinikums Offenbach.

Er ist Mitglied verschiedener fachbezogener Gesellschaften und Verbände.

 

09. 09. Frau Prof. Dr. Angelika Berlejung zum Thema „Gottesbild“.

Angelika Berlejung, 1961 in Heidelberg geboren, ist evangelische Theologin mit dem Schwergewicht ihrer Aktivitäten auf dem Gebiet des Alten Testaments. Nach dem Studium in Heidelberg und München und mehreren Studienaufenthalten an verschiedenen Universitäten und Lehraufträgen wurde sie an der Universität Leuven Professorin für die Sprachen und Kulturen in Syrien und Palästina. 2004 wurde sie als ordentliche Professorin für alttestamentliche Wissenschaft an die theologische Fakultät der Universität Leipzig berufen.

An der Universität Basel war sie zwischendurch 2006 Gastdozentin, arbeitete 2007 an der Ausgrabung in Qubur al-Walaydah mit und war 2008 Gastprofessorin in Stellenbosch sowie in Pretoria. In diesem Jahr gab sie mit anderen auch die Oriental Religions in Antiquity heraus und wurde zum Vorstandsmitglied des Deutschen Vereins zur Erforschung Palästinas ernannt.

In ihrem Vortrag über das „Gottesbild“ präsentierte Frau Prof. Dr. Angelika Berlejung (Leipzig/Stellenbosch) eine Übersicht über die Darstellungen von Göttern und Göttinnen, die seit dem Neolithikum bis in die hellenistische Zeit in Palästina gefunden worden sind. Anhand des Bildmaterials wurde die Typologie der Gottheiten (schlagende Gottheiten, thronende Gottheiten, nackte Göttin) vorgeführt, der insgesamt eine sehr lange Laufzeit bescheinigt werden konnte. Insbesondere ab dem 1. Jt.v.Chr. lag dann der Fokus auf der Diskussion der Möglichkeit, Bilder des Gottes des Alten Testaments, JHWH, zu identifizieren. Neueste Funde, die in diesem Kontext derzeit diskutiert werden (e.g. Bulle aus Jerusalem mit dem leeren Thron?, Terrakotte aus Tel Bit Mirsim), wurden ebenso besprochen wie die methodische Problematik, die diese Fragestellung ganz grundsätzlich aufwirft. Eine eindeutige Darstellung des Gottes JHWH kann bislang nicht zweifelsfrei identifiziert werden, wohl aber einer ganzer Strauß von Gottesvorstellungen im „Alten Israel“, die sich an den Gottesbildern ablesen ließen.

 

 

12. 07. Samstag 16:30 Uhr: „Waldgottesdienst“ am Glaskopf (Taunus) mit Pater Rodrigue Naortangar SJ und anschl. gemeinsamen Abendessen („Rote Mühle“)

Natur erleben – Gott begegnen

Die VON-KETTELER-GILDE feiert Gottesdienst im Taunus

Die EKHN unterhält in Hessen zahlreiche „Gottesdienstplätze im Grünen“, so auch einen in der Waldung des Feldbergs nahe Königstein/Ts. Mit gerne gegebener Einwilligung durch das zuständige Dekanat konnte die Von-Ketteler-Gilde dort am 12.07.2014 einen Gottesdienst feiern.

Am Anfang der Messe fiel ein kräftiger Sonnenstrahl genau auf das Gesicht des Zelebranten, Pater Rodrique Naortanger SJ aus dem Tschad, (der zur Zeit an seiner Doktorarbeit in Sankt Georgen feilt). Bei den hiesigen Wetterverhältnissen bleibt es immer ein gewisses Risiko, kirchliche Veranstaltungen im Freien durchzuführen. Wir hatten jedoch Glück: Bis auf einen drohenden Gewitterdonner aus der Ferne am Ende des Gottesdienstes hatte sich das Wetter gehalten, so daß die heilige Messe in aller Andacht und Würde durchgeführt werden konnte.

Der liebe Gott war allen Teilnehmern ganz nahe durch die wunderschöne Natur und durch die heilige Eucharistie. Alle Teilnehmer waren dankbar für diese Geschenke und die Gelegenheit, Gott in dieser Umgebung zu begegnen und ihn zu loben. Nicht nur das Lied „Das ist der Tag, den Gott gemacht“ wurde vereint gesungen, sondern auch viele andere Lieder aus dem Gotteslob.

Die Erinnerung an diesen Tag mit dem „Waldgottesdienst“ wird allen Teilnehmern lange in guter Erinnerung bleiben, auch wegen des stabilen Wetters und des anschließenden gemütlichen Beisammenseins in einem traditionellen Landgasthof.

CEB im Juli 2014

 

24. 06. P. Prof. Dr. W. Löser SJ „Ignatianische Spiritualität und Exerzitien“

Wir hatten P. Werner Löser SJ eingeladen, zu uns zum Thema „Ignatianische Spiritualität“ zu sprechen; dabei sollte er sich vor allem auf die „Geistlichen Übungen“ oder, wie man gewöhnlich sagt, „Exerzitien“ beziehen. Die durch Ignatius von Loyola bestimmte Form der christlichen Spiritualität gilt nach wie vor als hilfreich und inspirierend. Bis heute lassen sich viele Christen durch sie anregen. Sie „machen Exerzitien“, wie man sagt. Und es gibt eine Reihe von geistlichen Bewegungen, die sich ignatianisch ausgerichtet haben.

P. Löser stellte heraus, dass es bei den ignatianischen Exerzitien im Kern um die Wahrnehmung und die Übernahme der persönlichen Berufung und Sendung durch Gott geht. „Gottes Wahl für mich wählen“ – so lautet eine Formel, die den Sinn der geistlichen Übungen treffend wiedergibt. Die Wahrnehmung des Willens Gottes ereignet sich im kontemplativen Gebet und geht in den aktiven Einsatz in der Welt über. – In der Diskussion ging es unter anderem um die Fragen, was in der ignatianischen Spiritualität die „Unterscheidung der Geister“ bedeutet und wie sich der sprichwörtliche ignatianische „Gehorsam“ verstehen und begründen läßt.

 

19. -21. 06. Cartellversammlung in Nürnberg

Eine ausführliche Würdigung der CV finden Sie in den CRM Mitteilungen Sept. 2014 auf den Seiten 11ff.

 

10. 06. 18:00 Uhr „Wäldchestag für Jung und Alt“ im Garten-Restaurant „Mutter Kraus“ in Schwalbach, Hauptstrasse 13.

Bei noch akzeptablen Temperaturen – nur knapp über 30 Grad – und in angenehmer Umgebung konnten wir in freundschaftlicher Atmosphäre einen entspannten Abend verbringen.

 

27. 05.  P. Dr. E. Bieger SJ: „Nicht nur die Medien ändern sich, noch mehr die Kommunikationsmuster – wie man ein katholisches Medium aufbauen kann“

„Das Internet hat unseren Alltag durchdrungen. Für die Jüngeren ist es zu einer Selbstverständlichkeit geworden, für die Älteren steht das „Muss“ im Raum, auf Mails zu antworten, Zugverbindungen herauszusuchen, Kochrezepte zu vergleichen und mit den Enkeln zu skypen. Für die einen ist die Technik selbstverständlich, für die anderen bleibt sie eine Herausforderung. Das Netz hat unser Leben verändert. Es ist zu zeigen, dass es nicht nur die Technik ist, sondern eine neue Kultur sich in ihrem Entstehen abzeichnet. Diese wurde nicht durch das Internet hervorgebracht, sondern zeichnete sich in den Medien schon länger ab“.

Wie sehr das gewählte Thema die Anwesenden „umtreibt“, zeigte sich an der kaum enden wollenden Zahl der (Nach-)Fragen, die eine gute Basis für die interessanten, informativen Ausführungen bildeten. Während sich einige dauerhafte Trends schon heute klar abzeichnen – das Internet ist die neue Kommunikationsplattform -, müssen wir mit weiteren Veränderungen rechnen.

 

13. 05. Aussprache zu aktuellen Themen

28./30. 04. Einkehrtage im Kloster Jakobsberg: Region Südwest im CRM

Inhaltliche Gestaltung: Pater Prof. Dr. Erhard Kunz SJ, Frankfurt/M.

Thema: „Barmherzigkeit als Mitte christlichen Lebens in den Herausforderungen unserer Zeit“. Wenn man unserem jetzigen Papst folgt, gibt es zwei wesentliche Herausforderungen unserer Zeit: Die „individualistische Traurigkeit“ und die „relativistische Gleichgültigkeit“.  Die barmherzige, vorbehaltlos geschenkte Liebe ist Gottes Antwort.

Vergleiche dazu die ausführlichen Ausführungen von Pater Kunz im „Archiv„.

 

08. 04. „Christliche Minderheiten im Nahen Osten“, Prof. Dr. Dirk Ansorge. Der Referent (geboren 1960 in Gelsenkirchen) studierte Theologie und Philosophie in Bochum, Jerusalem und Straßburg. Im Jahr 2008 habilitierte er sich in Münster mit einer Arbeit zum Verhältnis der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes. Seit 2011 ist er Professor im Fach Dogmatik an der Jesuitenhochschule Sankt Georgen in Frankfurt.

Bei der Zusammenkunft referierte Prof. Ansorge über die Vielfalt der Orientalischen Kirchen im Nahen Osten. Hintergrund seiner Ausführungen war ein theologisches Studienjahr an der Hochschule der Benediktiner in Jerusalem sowie seine langjährige Tätigkeit an der katholischen Akademie des Bistums Essen, an der er unter anderem die Schwerpunkte „Naher Osten“ und „Dialog der Religionen“ zu verantworten hatte.

Jedem Besucher der Grabeskirche in Jerusalem wird die überraschende und zugleich verwirrende Vielfalt christlicher Kirchen vor Augen geführt. Diese rührt im wesentlichen aus Lehrstreitigkeiten der ersten Jahrhunderte der Kirchen- und Theologiegeschichte her. Zwar wurden strittige Fragen vor allem der Gotteslehre und der Christologie auf den Konzilien der Alten Kirche lehramtlich verbindlich entschieden, doch waren regelmäßig regionale Kirchen mit ihren theologischen und oft auch kulturell geprägten Traditionen nicht bereit, solchen konziliaren Entscheidungen zu folgen.

Vor dem Hintergrund politisch-regionaler Strukturen und unterschiedlicher geschichtlicher Entwicklungen kam es im Nahen und Mittleren Osten deshalb zur Herausbildung eigenständiger Kirchen. Zunächst im Perserreich, aber auch in Armenien und dann vor allem unter dem Einfluss des sich ausbreitenden Islams profilierten sich über die Jahrhunderte hinweg kirchliche Traditionen, die sich von den ursprünglich dominierenden lateinischen Traditionen des Westens und den griechischen Traditionen des byzantinischen Ostens in Sprache und Liturgie, aber auch in ihrer Theologie und Christologie sichtbar unterschieden. Diese Vielfalt kann heute nicht nur als Defizit – nämlich als Beschädigung der kirchlichen Einheit – wahrgenommen werden, sondern auch als Bereicherung kirchlichen Lebens und als ökumenische Herausforderung.

Aktuell sehen sich die Christen im Nahen und Mittleren Osten weniger mit theologischen als mit politischen und gesellschaftlichen Problemen konfrontiert. Fast überall hat der so genannte „Arabische Frühling“ die ohnehin bereits prekäre Situation der Christen in der muslimisch geprägten Welt verschlechtert. Dies gilt nicht nur für den Irak oder Syrien, sondern auch für Ägypten und selbst für den Libanon, den noch Papst Johannes Paul II. als Modell für das Zusammenleben unterschiedlicher Religionen im Nahen Osten gewürdigt hatte.

Die Diskussion im Anschluss an die Ausführungen von Professor Ansorge zielte nicht zuletzt auf die mögliche Haltung des Westens zu der sich dramatisierenden Situation der Christen im Nahen Osten. Werden die Christen im Nahen Osten ohnehin vielfach als „verlängerter Arm“ des als christlich wahrgenommenen Westens marginalisiert, so könnte ein besonderes Engagement der westlichen Staaten zu Gunsten christlicher Minderheiten als eine Bestätigung dieses Vorurteils aufgefasst werden und so den ohnehin massiven Auswanderungsdruck weiter erhöhen. Die westliche Politik steht hier vor einem Dilemma, das kaum aufzulösen ist.

 

Nationalhymnen, Freund Claus E.  Blach

Viele Nationalhymnen erkennen wir an ihrer Melodie: Die zunehmenden Übertragungen von Sportveranstaltungen im Fernsehen bzw. Radio, zum Beispiel der Fußball-Nationalmannschaften aber auch der olympischen Siegerehrungen, sind ein Grund zur Bestätigung dieser Ausgangsthese unseres Freundes Blach. (Das gilt übrigens auch für die Hymne des Vatikans wegen der regelmäßigen Übertragungen von feierlichen Papstmessen auf dem Petersplatz in Rom.) Die dazugehörigen Texte (soweit überhaupt vorhanden) sind dagegen weniger bekannt. Aber gerade diese sind es, welche die Faszination ausmachen. Sie sagen mehr über die Geschichte der Länder und ihrer Menschen aus, als alle aktuellen politischen Ereignisse.

Der Referent hat sich intensiv mit den Wortlauten und deren Ursprung und Bedeutung beschäftigt. Anhand von 22 Beispielen, aus Europa aber auch aus Japan und den USA, hat er uns einen anregenden, auch überraschenden Überblick über die Geschichte, den Wortlaut und die Melodien von Nationalhymnen gegeben.

Nationalhymnen haben vor allem eine identitätsstiftende Funktion – nach Innen und Außen. Neu gegründete Staaten legen Wert darauf, möglichst schnell eine (allseits akzeptierte) Nationalhymne zu haben. Wenn man sich über den Text nicht (schnell) einigen kann, verzichtet man zu Beginn auf diese Unterlegung. Bei anderen Hymnen – zum Beispiel für Europa – wird die Verständigung auf den Wortlaut schwierig werden.

Bis auf wenige Ausnahmen, sicher Japan und die Schweiz wohl auch Deutschland, sind die Melodien von eher militärischen Klängen beherrscht (Marschmusik). Auch die Texte atmen fast immer ein deutliches (nationales, militärisches) Pathos. Bei der Schweizer Hymne fallen dagegen die religiösen Motive auf (jwb).

 

05.03. Aschermittwoch mit hl. Messe in Sankt Georgen

„Die Asche sprach:

Einmal war ich Glut, war ich Leben, Liebe, Leidenschaft –

und jetzt? Jetzt bin ich Asche.

Ja, ich war einmal jemand –

ich wurde bewundert, war angesehen, beliebt und gefragt.

Jetzt bin ich nur noch Asche.

Da meldete sich Gott zu Wort und sprach:

Auf die Glut kommt es bei mir an.

Hast du geglüht?

Hast du dich in Liebe verschenkt, verausgabt, hingegeben wie Jesus?“  (unbekannter Autor)

Ausgehend von diesem fiktiven Dialog zwischen Gott und der Asche hat uns Pater J. Schuster SJ eine eindringliche Einführung in die österliche Bußzeit gegeben: Was immer wir in unserem Leben aus Liebe tun oder erleiden, das bleibt, das wird nicht einfach im Nichts versinken. Auf die Gluht kommt es an. Hast du geglüht? Hast du dich in Liebe verschenkt?

 

25. 02. „Der Flug durch die Wolken – Von Religion in postmoderner Gesellschaft„, Prof. Dr. Michael Hochschild

Dr.  rer. soc, Dr. phil. Michael Hochschild, geb. 1967 in Mainz, hat Soziologie, Philosophie, Theologie (Sankt Georgen), Psychologie und Pädagogik studiert. Seit 2003 ist er Professor auf dem Lehrstuhl für Zeitdiagnostik an der Nationalen Stiftung der Politikwissenschaften in Paris; Mitglied in La DATAR (groupe de réflexion interministériel/think tank Premierminister), L’aménagement du territoire 2040, seit 2010 Mitarbeit im Conseil d’Etat.

„Säkularisierung bedeutete für Religion bislang eine Krise. Was wir momentan erleben ist indes kein Ende einer Krise, sondern der Beginn einer neuen Krise. Denn, wenn die Säkularisierung tatsächlich zu Ende geht, dann geht auch die Moderne zu Ende. Was auch immer dann auf uns zukommt, es wird nicht einfach eine zweite Moderne mit mehr Religion sein.

Die leise Rückkehr der Religion ist mithin ein Zeichen dieser neuen Zeit: Wir erleben das Ende der modernen Gesellschaft und den Beginn einer postmodernen Gesellschaft. Deshalb stehen derzeit überall die Zeichen auf Sturm. Weil nämlich das Und-so-weiter in allen sozialen Systemen, also z.B. in Wirtschaft, Politik, Erziehung und letztlich auch in Religion empfindlich gestört ist.

Es ist jedoch ein Irrtum von einer Anpassungskrise der modernen Gesellschaft auszugehen, die zur besseren Verteilung ihrer knappen Mittel führt. Es liegt vielmehr eine Systemkrise vor, d.h. die Gesellschaft erfindet sich gerade neu. Wir bemerken das am Systemversagen in den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft. Wenn sich die gesellschaftlichen Randbedingungen ändern und neue soziale Formen entstehen, können wir uns auch nicht mehr (wie in der Moderne) auf durchgriffssichere Organisationen verlassen, weder bei der Verwaltung noch bei der Gestaltung religiösen Lebens –um nur ein Beispiel zu nennen.

Wir fliegen jedoch nicht auf Sichtweite in Richtung postmoderner Gesellschaft. Der Flug kann auch nicht mehr (wie bei Luhmann und der modernen Gesellschaft) über den Wolken stattfinden, weil sich in dieser Systemkrise nicht nur die Phänomene, sondern auch die geistige Architektur verändert. Das heißt: Die moderne Gesellschaft hatte sich darauf versteift empirisches Wissen in präzisen Begriffsapparaten über sich zur Verfügung zu stellen, die nunmehr keinen festen Halt in einer verflüssigten Wirklichkeit mehr finden. Wir fliegen mitten durch die Wolken und brauchen dringend neue Orientierungsinstrumente.

Was sind die Konsequenzen? Gewiss wird die Welt und das Leben nicht völlig neu erfunden, aber weil die Krise so tief reicht, muss man die Möglichkeit vorsehen, dass die zur modernen Gesellschaft gehörende funktionale Differenzierung in eine andere, genauer gesagt in eine temporale Differenzierung übergeht. Es entstehen Hybride, hochmobile Systeme statt (wie bisher) klar distinkte Arbeitsbereiche mit stabilen Bezugsgrößen. Eine Logik des Tertium datur greift. Wir sprechen im Blick auf die postmoderne Gesellschaft von der Postsäkularisierung: Religion wird sowohl wieder wichtiger, ja öffentlicher als auch uneindeutiger. Denn: Die Funktion von Religion ist immer auch die Funktion von Systembildung, nämlich die Transformation von Unbestimmtheit in Bestimmtheit. Es kommt daher wieder mehr auf Religion an, wenn der Umbau zur postmodernen Gesellschaft gelingen soll. Nötig dafür sind aber auch Leistungen von Religion als System. An dieser Stelle tut sich die Kirche mit sich schwer, weil es zahlreiche Entkoppelungsvorgänge insbesondere um das Amt in ihr gibt. Um das zu ändern wäre ein neues Weltverhältnis hilfreich. Dafür müssen wir als Katholiken aber zunächst „unser Denken erneuern“ (Benedikt XVI)“.

 

11. 02. „Veränderungen in der Kirche am Beispiel Südamerikas„, Prof. Dr. J. Meier

Prof. Dr. Johannes Meier war von 1997 bis 2013 Inhaber des Lehrstuhls für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte und Religiöse Volkskunde an der Johannes-Gutenberg-Universität zu Mainz:

Mit der Kirche in Südamerika werden zwei Aspekte verbunden: Zum einen die in den 1960er Jahren entwickelte Befreiungstheologie (Boff, Gutierrez) und zum anderen herausragende bischöfliche Persönlichkeiten wie Arns, Camara und Romero – und heute der gerade neu ernannte Kardinal Brenes aus Nicaragua. Seit dem Amtsantritt des aus Argentinien stammenden Papstes Franziskus im März 2013 und insbesondere wegen seiner wiederholt vorgetragenen Forderung nach „einer armen Kirche für die Armen“ ist das Interesse an den kirchlichen Entwicklungen in „Südamerika“ und möglichen Auswirkungen auf die Gesamtkirche spürbar gestiegen.

Zur Einordnung in das Thema begann der Referent mit einer ausführlichen Darstellung der geographischen und historischen Gegebenheiten bzw. Entwicklungen Latein-Amerikas. Die Geschichte „vor 1492“ ist durch ein Nebeneinander verschiedenartiger Kulturen gekennzeichnet: Hochkulturen (Inka, Maya), bäuerliche/seßhafte sowie Nomadische Kulturen. Nach der „Entdeckung“ – und ihrer anschließend relativ offenen Mission – kam es zu Konflikten insbesondere mit der Lebenswelt der Indios. – Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich zunächst eine romzentrierte, hierarchische Kirche. Es kam zu einer Sensibilisierung für die indigenen, auch die afroamerikanischen Religionen. Eine Folge war die Erneuerung der Kirche auch durch die verstärkte Zuwendung zur hl. Schrift. Daraus erwuchs eine Kirche des Volkes, eine Kirche der (Option für die) Armen – begleitet und verstärkt durch die Entwicklung einer eigenen Theologie (verkürzt: “ Theologie der Befreiung“*).

In Latein-Amerika leben rd. 590 Mio. Menschen, davon sind 85% katholisch. Auch wegen ihrer menschenzugewandten Art haben in den letzten Jahren Freikirchen (nicht Sekten) einen starken Zulauf.

Die Wahl von Papst Franziskus kann man als eine (logische) Folge des in den letzten Pontifikaten immer stärker spürbaren Befremdens über den gefühlt vorherrschenden Eurozentrismus der Kirche verstehen.

 

*P.S. Papst Benedikt XVI. hat von einer „Theologie des Pluralismus“ als Nachfolgerin der Befreiungstheologie gesprochen; d.h. alle Religionen müssen als gleichwertig angesehen werden.

 

28. 01. Mitgliederversammlung

Im Anschluß hat Pater Schuster SJ kurz über das apostolische Schreiben von Papst Franziskus „evangelii gaudium“ (2013) gesprochen. Dieses Schreiben hat medial – weil zum Teil bewusst überspitzt („Diese Wirtschaft tötet“) – ein sehr starkes Echo gefunden. Es handelt sich nicht um eine Enzyklika, sondern eher um einen prophetischen Text (vergleichbar mit einigen Stellen im Alten Testament). Die Medien haben sich im wesentlichen auf die (auch vorhandenen) wirtschafts/gesellschafts-kritischen Aspekte „gestürzt“; in seinem pastoralen Anliegen geht es dem Papst dagegen vielmehr um die Freude am Evangelium, um einen menschenfreundlicheren Blick der Barmherzigkeit.

Vergl. auch „Die Frohe Botschaft Jesu“, Benno Verlag 2013

 

2013

10. 12. Adventstreffen mit hl. Messe in Sankt Georgen

26. 11. Hauskreise

12. 11. Vinciane Gräfin von Westphalen: „Die Aufgaben der Malteser in Frankfurt“

An diesem Abend hatten wir Gelegenheit, Vinciane Gräfin von Westphalen, die Beauftragte der Malteser für Frankfurt,  zu hören und Einzelheiten über die Tätigkeit dieser Organisation in Frankfurt zu erfahren.  Dabei wurde deutlich, wie umfangreich die Aktivitäten des Malteser-Hilfsdienstes in unserer Stadt sind.  Zwar werden die Malteser in der Öffentlichkeit hauptsächlich durch ihre Einsatzfahrzeuge des Sanitäts- und Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes wahr genommen, die Mitglieder engagieren sich aber außerdem umfangreich auf anderen sozialen Gebieten. Dazu zählen unter anderem die Zusammenarbeit mit Unternehmen bei sozialen Diensten, die Alten- und Jugendpflege und  die Arbeit mit Drogenabhängigen, Einsamen, Hilfsbedürftigen und Migranten. Die Aktivitäten werden zwar von hauptamtlichen Fachleuten begleitet, aber von Tausenden freiwilliger Helfer durchgeführt.. Die Malteser sind ein Beispiel für eine Organisation, die zeigt, wie wichtig ehrenamtliche Arbeit ist.

29. 10. „Welche Bedeutung hat das C in der CDU heute noch?“, RA Michael zu Löwenstein, Vors. der CDU-Fraktion, Stadtparlament Frankfurt.

Zu Beginn erwähnte Herr zu Löwenstein die bewusst überkonfessionell-christliche Grundausrichtung der nach dem 2. Weltkrieg gegründeten CDU. Er legte aber Wert auf die Festellung, dass seine Partei grundsätzlich für alle Bevölkerungsschichten offen sein muss – insbesondere auch für die wachsende Zahl der Muslime. Wenn die CDU politikfähig (und damit von einer Mehrheit wählbar) sein und bleiben möchte, darf sie sich kein zu enges Grundprogramm geben. Die früheren allein christlich geprägten Milieus haben sich mehr und mehr aufgelöst.

Danach beschränkte sich der Redner im wesentlichen auf den kommunalpolitischen Aspekt – also auf die praktische Politik in der Stadt. Frankfurt weist insofern eine Besonderheit aus, als der OB Feldmann (SPD) mit seinen vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten direkt gewählt worden ist, während die Regierung – basierend auf den Mehrheiten im Parlament – von Schwarz-Grün gestellt wird. – Ein weiteres Kennzeichen der Stadt Frankfurt ist der relativ hohe Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund: Während sich diese Zahl bei der Gesamtbevölkerung schon auf 40% beläuft, steigt sie bei den Sechsjährigen weiter auf um die 70%. Um die Zukunftsfähigkeit (eines großen Teils) dieser Heranwachsenden zu verbessern, muss die Politik ihr besonderes Augenmerk auf die Erlangung/Festigung der Sprachfertigkeit legen. In diesem Zusammenhang sprach sich der Redner für die weitere Verbesserung und Akzeptanz der vom Staat angebotenen frühkindlichen Kinderbetreuung  – und damit gegen das Betreuungsgeld – aus (jwb).

 

12. – 13. 10. CRM-Kapitelsitzung in München: „Toleranz und Identität“ Prof. Dr. Dr. C. Ozankom

Vergl. dazu die Glosse „Toleranz“ unter „Zeichen der Zeit“ (01/2014)

 

08. 10. Prof. Dr. H.-D. Mennigmann: Armenien – Eindrücke einer Reise

„Armenien als Land zahlreicher, aus christlich-archäologischer Sicht interessanter Bauten war das Ziel einer Exkursion, an der ich die Möglichkeit hatte teilzunehmen. Unter der Leitung eines ausgewiesenen Kenners dieser Thematik haben wir im Laufe zweier Wochen eine Vielzahl von Objekten, d.h. Kirchen, besucht. Und gelernt haben wir dabei, daß, abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen, alle diese Bauten bis zu denen der heutigen Zeit auf ein Grundschema zurückgeführt werden können, nämlich das der auf dem Grundriß eines griechischen Kreuzes gebauten Kreuzkuppelkirche mit gleichlanger Haupt- und Querachse, d.h. wie der Mehrzahl byzantinischer Kirchen auch andernorts. Von diesem Grundschema gibt es zwar eine Vielzahl von typischen Varianten. Aber der Stilwandel im Laufe der Jahrhunderte ist dennoch ungleich geringer ausgefallen als der im Westen. Somit bleibt eine große Ähnlichkeit über die Zeiten, weshalb man hier durchaus von einem nationalen Baustil sprechen kann. Dem hinzuzurechnen sind die der Westseite angefügten großen Vorhallen (Gawit). Ein Studium all dessen war das Hauptziel dieser Exkursion. Bei den damit verbundenen Fahrten kreuz und quer durch das im südlichen Kaukasus in einer Höhe von über 1000 m gelegene Land haben wir zugleich vielfältige Eindrücke von seiner Kargheit, aber dennoch Schönheit sammeln können.“ (hdm)

Für den kompletten Text siehe unter Archiv – Vorträge

 

28. 09. Besuch des Nürburgringes

Unser Freund Schmidt hatte uns eingeladen, den Nürburgring zu besuchen, um diese legendäre, weltbekannte Motorsport- und Eventstätte kennen zu lernen, deren Geschäftsführer er ist. Das war nicht zuletzt auch deswegen interessant, weil vom Nürburgring in den letzten Jahren viel Verwirrendes und Kritisches zu lesen und zu hören war. Freund Schmidt hat uns das alles aus erster Hand verlässlich erklärt. Zudem haben wir eine von ihm persönlich geführte Besichtigung erhalten.

 

24. 09. Dr. Johannes Brückner: „Universum, Leben und Bewusstsein: Die kosmozentrische Sicht“

Über sich und das Thema schreibt Dr. Brückner:

„Ich bin promovierter Physiker und arbeitete als Planetenforscher am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz bis 2012. Im Laufe meiner Tätigkeit habe ich an vielen wissenschaftlichen Weltraummissionen teilgenommen.

Neben verschiedenen Mars-Missionen und einer Asteroiden-Mission habe ich viele Jahre mit der NASA-Mission „Mars Exploration Rover“ (Landung 2004) verbracht. Daten und Bilder dieser Missionen haben mir grundlegende Einsichten über unser Planetensystem geliefert. In meinen populärwissenschaftlichen Vorträgen über den Planeten Mars präsentiere ich die neuesten Erkenntnisse der Marsforschung.

Seit einigen Jahren beschäftige ich mich mit dem größeren Ganzen: der Entwicklung des Universums vom Uranfang bis hin zur Evolution des Menschen. Was die Erkenntnisse der Kosmologie sind und was die Bedeutung der Entwicklung unseres Bewusstseins ist, soll in meinem Vortrag deutlich werden.“

In seinem Vortrag gab Dr. Brückner einen faszinierenden Einblick in Beginn und Entwicklung unseres Universums, Zeitreisen inklusive. – Abfolge:  Entstehung des Universums („Urknall“ als Modellvorstellung) vor 14 Mrd. Jahren, der Erde vor (rund) 5 Mrd. Jahren und des Lebens darauf vor 4 Mrd. Jahren.

 „Wir Menschen bestehen aus einem kostbaren, weil seltenen Material – aus Sternenstaub.“

 

10. 09. Besuch des Bibelmuseums, Bibelhaus Frankfurt/M.

Das Bibelmuseum wurde 2003 in einer umgebauten Kirche eröffnet und hat sein Profil als Bildungseinrichtung konsequent weiterentwickelt. Es bietet einen intensiven Blick in die Kultur, Geschichte und Lebenswelt der Bibel.

Im Bibelhaus gibt es einen einzigartigen Blick auf die Lebenswelt und die Religion zur biblischen Zeit. Woher kommt eigentlich die Bibel? Wie wurden ihre Texte weitergegeben? Wie zuverlässig sind die Grundtexte moderner Übersetzungen?

Im Bibelhaus sind älteste Handschriften zu sehen. Wir haben etwas von den Funden in den Qumran-Höhlen am Toten Meer und Papyri aus der Wüste Ägyptens mit den ältesten Handschriften des Neuen Testaments erfahren. Die Überlieferung der Texte durch Schreibstuben in antiken Klöstern war ebenso Thema (ceb).

 

27. 08.  Frau Christine  Hartmann-Vogel: „Der Caritas Verband in Frankfurt“

Die Referentin, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, berichtete über die vielfältigen Aktivitäten der Caritas im Raum Frankfurt; ergänzt wurden ihre Ausführungen durch Frau Ursula-Marie Behr, Leiterin Fundraising:

„Der Caritasverband Frankfurt ist als Träger von rund 90 Einrichtungen und Diensten sowie mit fast 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Geschäftsvolumen von mehr als 60 Millionen Euro einer der großen Stadtcaritasverbände in Deutschland. Seine Angebote sind überaus vielfältig und decken ein breites Spektrum ab. Aus der Struktur des Verbandes kann man ersehen, dass er seine Arbeit nach Zielgruppen organisiert. Die wichtigsten Schwerpunkte sind traditionell die Angebote für Kinder und Familien sowie die Einrichtungen für alte Menschen. In den letzten Jahren hat sich der Verband stark bei der Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen engagiert, um Eltern bei ihrer Erziehungsarbeit zu unterstützen und Kindern vor allem in benachteiligten Quartieren eine gute Entwicklung zu ermöglichen. Auch zwei Erziehungsberatungsstellen als niedrigschwellige Beratungsangebote für Eltern und Jugendliche tragen dazu bei.

Auch für alte Menschen hat der Verband in letzten Jahren moderne Betreuungsangebote realisiert: in den Altenzentren Santa Teresa in Hausen, St. Josef in Niederrad und im neuen Lebenshaus im Caritaszentrum St. Leonhard in der Stadtmitte wurden insgesamt 210 moderne Pflegeplätze geschaffen. Gemeinsam ist allen drei Häusern, dass sie sich zum Stadtteil hin öffnen und mit kulturellen Veranstaltungen Gäste anlocken. Im Lebenshaus wird ein einzigartiges Konzept generationenübergreifenden Miteinanders realisiert.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Caritasverband tun ihre Arbeit auf der Grundlage des Evangeliums. Im Unterschied zu anderen sozialen Organisationen spielt die Pflege der Spiritualität eine große Rolle: Es gibt regelmäßig Gottesdienste, Gebetszeiten, die Möglichkeit zu Einkehrtagen und Exerzitien. In der oft anstrengenden und herausfordernden Arbeit mit schwierigen Klienten und in existenziellen Notsituationen ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben eine wichtige Kraftquelle.

Umfassende Informationen zu allen Caritasangeboten in Frankfurt  sind im Internet zu finden unter www.caritas-frankfurt.de. Der aktuelle Jahresbericht von 2012 steht als Download zur Verfügung. Auf der Portalseite finden Sie auch immer „das aktuelle Spendenprojekt“. Mit Spenden ermöglichen unsere Freunde und Förderer viele zusätzliche Projekte, die sonst nicht umgesetzt werden könnten. Wer sich für ehrenamtliches Engagement bei der Caritas interessiert, kann sich an die Fachstelle Ehrenamt wenden unter Telefon 069 2982-171. Dort gibt es ausführliche Beratung zu den Einsatzmöglichkeiten“.

25. 06. Pater Prof. Dr. Werner Löser SJ: „Naturzeit – Glaubenszeit: Meditation über Zeit und Glaube“

 

11. 06. Pater Prof. Dr. Rainer Berndt SJ: „Vom 13. bis zum 21. Jahrhundert – Hildegards von Bingen (1098 – 1179) langer Weg zur Heiligkeit“

Der Referent entfaltete sein Thema in drei Zugängen: (1) den kanonischen Prozeß in den Jahren 2011/2012, (2) die Hildegard-Verehrung im 19. und 20. Jahrhundert sowie (3) Hildegards Weg zur Heiligkeit vom 13. bis zum 19. Jahrhundert:

(1) Zunächst gab P. Berndt einen Überblick über den Verlauf und einen Einblick in die einzelnen Schritte des kirchenrechtlichen Verfahrens, das Papst Benedikt XVI. im Herbst 2010 initiiert hatte. Die von der Kongregation für die Heiligsprechungen eingesetzte Arbeitsgruppe* nahm am 30. 4. 2011 ihre Arbeit auf; schon am 20. 12. desselben Jahres lag die italienische Übersetzung der „Positio“ vollständig vor. An Pfingsten 2012 hat der Papst die Heiligsprechung verkündet. Am 7. 10. 2012 erfolgte die Erhebung zur Kirchenlehrerin.

(2) Im zweiten Zugang hat P. Berndt die Genese des jährlichen Hildegardis-Festes am 17. September dargestellt. Auf die Initiative des Limburger Bischofs Peter-Josef Blum hin hat Pfarrer Ludwig Schneider (1806-1864, ab 1841 in Eibingen) in einem Gutachten die Authentizität der Reliquien geprüft. Infolgedessen hat Bischof Blum im Jahre 1857 erstmals die jährliche Feier am Todestag der Rheingauer Heiligen gestattet.

Die Hildegard-Verehrung in Gestalt der sog. „Hildegard-Medizin“ kam ebenfalls zur Sprache als ein besonderes Merkmal gerade dieser Persönlichkeit. Die Miniaturen, die in einigen Handschriften die Visionswerke Hildegards ausgestalten, stellen eine weitere ähnliche Form der Verehrung dar.

Schließlich ist in diesem Kontext auch die gesamte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Person und Werk Hildegards zu nennen, die sicherlich nicht frei von jeder geistlichen Dimension geführt wird.

(3) Den letzten Zugang, der einen Kurzüberblick über die Geschichte der Hildegard-Verehrung und ihre verschiedenen Formen darstellte, bot P. Berndt in drei Aspekten dar: literarisch in Gestalt der Lebensbeschreibung (der Vita Hildegardis) von Theoderich von Echternach und Guibert von Gembloux sowie den erfindungsreichen Reminiszenzen des Johannes Trithemius (+ 1516); kanonisch, indem die vier mittelalterlichen Initiativen dreier Päpste zugunsten eines regelrechten Heiligsprechungsprozesses skizziert wurden; liturgisch anhand einer äußerst kurzen Skizze der Geschichte der Reliquienverehrung sowie der im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen liturgischen Formulare zu Ehren Hildegards.

* Pater Berndt SJ, Mediavist an der Jesuiten-Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/M., war der theologische Berater in dieser Gruppe

 

14. 05. Pater Dr. Martin Lenk SJ: „Ein Blick auf Kirche und Welt aus Santo Domingo“

M. Lenk, 1961 in Bad Homburg geboren, wurde 1985 in Mainz zum Priester geweiht. 1992 ging er in die Dominikanische Republik und arbeitete dort viele Jahre als Pfarrer. Im Alter von 38 Jahren trat er in den Jesuitenorden ein. In Santo Domingo ist Pater Lenk für die Ausbildung der einheimischen SJ-Studenten zuständig.

„Sandstrände, Palmen und blaues Meer, dafür ist die Dominikanische Republik als Urlaubsparadies bekannt. Aber in dem karibische Inselstaat gibt es neben den Touristenzentren auch viel Armut. Als Beispiel dient die Pfarrei Santo Domingo Savio in der Hauptstadt. Dort leben rund 40.000 Menschen auf der Fläche von einem Quadratkilometer; die meisten sind katholisch.

Einige Daten über die Dominikanische Republik, ungefähre Angaben, die ein wenig Einblick geben können: 10 Millionen Einwohner; Altersdurchschnitt: 26,7 Jahre (Dtl.: 45); Geburtenrate: 19,44 (Dtl. 8,33); Sterberate: 5,32 (Dtl. 11,17); Bruttoinlandsprodukt per capita $5,762 (2012 geschätzt; Dtl.: $ 41,513; Haiti $ 759). Unter der Armutsgrenze: 30-40 %  der Bevölkerung.

Innerhalb der Armenviertel leben die Menschen auf engstem Raum zusammen, von allen Seiten dröhnt Lärm und Musik. Die Kommunität des Jesuitenordens, die drei Pfarreien im Slumgürtel betreut, hat vor einigen Jahren entschieden, in den ärmsten Teil der Pfarrei umzuziehen. Außer der Kirche versorgen die Pfarreien auch Kindergärten, Pfarrschulen und Sportplätze. Es gibt eine Sozialstation, juristische Beratung, Ärzte und eine Pfarrapotheke, ebenso ein großangelegtes Mutter-Kind-Programm, das mittlerweile in mehreren Diözesen arbeitet.

Eines der größten Probleme ist heute die Unsicherheit; die Armen erfahren jeden Tag, dass ihr Leben nicht viel wert ist. Der Glaube dagegen vermittelt ein neues Selbstwertgefühl und gibt Halt. Unmittelbar merkt man, dass der Glaube etwas mit dem Leben zu tun hat. Die Pfarrei ist in rund 40 Basisgemeinden unterteilt, die sich einmal in der Woche treffen. Gemeinsam wird ein Text aus der Hl. Schrift gelesen. Die Frage, wie der Text im Alltag umzusetzen ist, steht immer im Mittelpunkt.

Natürlich gibt es auch viel Positives zu berichten. Am meisten beeindruckt die Solidarität unter den Armen. Wer wenig hat, ist leichter bereit, alles zu geben. Arm bedeutet auch nicht traurig, die Freude am Leben gehört in der Karibik immer dazu. Unweit der Armenviertel unterhält der Jesuitenorden eine Philosophische Hochschule, an der zukünftige Priester für verschiedene Orden ausgebildet werden. Die Ordensstudenten versuchen, einen begrenzten pastoralen Einsatz mit dem Studium zu verbinden, so dass das Philosphieren aus dem Leben entspringen und wieder in es einmünden kann.“

 

09. – 12. 05. Cartellversammlung in Bochum

In Schwerin hat sich ein neuer Freundeskreis gegründet, die St. Gottschalk-Gilde. Sie ist in Bochum in das CRM aufgenommen worden.

Ein weiteres intensiv diskutiertes Thema war wiederum der Internetauftritt des CRM und seiner Freundeskreise. Bislang haben allerdings nur fünf Gruppen eigene Seiten (u.a. die vKG, Frankfurt).

 

30. 04. Aussprache zu aktuellen Themen:

(1) Mitglieder Werbung / Betreuung:

Um neue potentielle Mitglieder zu gewinnen, bedarf es weiterhin der systematischen Suche und persönlichen Ansprache. Die notwendigen Schritte bzw. Zuständigkeiten sind festgelegt. – Dem Freundescharakter unseres Kreises entsprechend kümmern wir uns um unsere älteren Mitglieder bzw. ihre Witwen/r.

(2) Jahresprogramm:

Vielerlei unglückliche Umstände haben dazu geführt, dass wir das traditionelle Treffen am Wäldchestag für dieses Jahr absagen müssen. – Als nächste Veranstaltung für die Familien unserer Mitglieder planen wir für Ende September bzw. Anfang Oktober den Besuch des Nürburgrings.

(3) Internetauftritt:

Gemäß einer Statistik von Google Analytics werden unsere Seiten jetzt regelmäßiger „angeklickt“, vor allem Vorschau und Rückblick zu unseren Veranstaltungen. Deshalb ist es wichtig, dass wir bei den Rückblicken jeweils eine (wenn auch kurze) Inhaltsangabe beifügen.

Auch die „Zeichen der Zeit“ werden gelesen. Wir werden daher mit einer gewissen Regelmäßigkeit kurze Texte zu intern diskutierten, allgemein interessierenden Themen anbieten (jwb).

 

17. – 19. 04. Einkehrtage der Region Südwest im CRM auf dem Jakobsberg

Pater Prof. Dr. Werner Löser SJ: “ Ein vielstimmiges Echo: Das Gleichnis vom barmherzigen Vater und seinen Söhnen (Lk 15) in der Geschichte seiner Auslegung“: „Das berühmte Gleichnis, das Jesus erzählt hat, hat wie kaum ein anderer Text der Bibel die Aufmerksamkeit der Ausleger gefunden – in Predigten, in theologischen Abhandlungen, in Bildern, in Gedichten, in Erzählungen. Nicht nur Christen, sondern auch Menschen der unterschiedlichsten Lebensorientierungen haben das Gleichnis gedeutet und dies von den frühesten nachbiblischen Zeiten bis in die Gegenwart hinein (wl)“.

 „Verloren – Gefunden – dankbare Freude“: In diesen Einkehr-Tagen hat Pater Löser SJ mit uns die verschiedenen Spuren dieser wohl bekanntesten Parabel der Bibel (Lk 15) aufgespürt – bis hin zu dem (wahrscheinlich letzten) Gemälde vom Rembrandt van Rijn (1606 – 1669).

 

09. 04. Pater Rodrigue Naortangar SJ: „Tschad – Wiege der Menschheit. Wirkung eines paläontologischen Fundes auf das Nationale Bewusstsein“.

„Afrika gilt als die Wiege der Menschheit. Dies ist jedermann bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, dass die ersten Spuren der Vorfahren des Homo Sapiens in Zentralafrika, im heutigen Tschad gefunden worden sind. Bisher galt Ostafrika als Entstehungsort des Menschen. So weiß jedes Schulkind, dass viele Fossilien der früheren Hominiden in der Nähe der Rift Valley entdeckt worden sind. Der berühmteste unter ihnen ist „Lucy“ (Australopithecus Afarensis), deren Fossilien (ein Skelet), die sich bis zu 3 millionen Jahren zurückdatieren lassen, in Äthiopien, genauer in der Afar Region gefunden worden sind. Der französische Paläontologe Yves Coppens verbreitete aufgrund dieser Funde die „East Side Story“, die Geschichte der Entstehung des Menschen in Ostafrika.

Doch zwei jüngste Funde des französischen Paläontologen Michel Brunet und seines Teams widerlegen diese Geschichte. Zum einen fanden sie im Jahre 1995 einen Unterkiefer 2500 Km westlich von der Rift Valley entfernt, im Bahrelghazal-Tal, im Tschad. Untersuchungen ließen feststellen, dass es um den Unterkiefer eines Australopithecus ging, der zeitgleich mit „Lucy“ lebte. Man nannte ihn „Abel“ (Australopithecus Barelghazali). Aufgrund des großen Abstandes der Fundstelle zum Rift Valley sahen die Wissenschaftler ein, dass die Vorfahren des Homo Sapiens anderswo in Afrika hätten entstehen können.  Zum anderen fand 2001 einer der tschadischen Mitarbeiter von Michel Brunet, Ahounta Djimdoumalbaye, eine auf 6 Millionen Jahre zurückdatierte Schädel-Fossilie in der Djourab-Wüste im Tschad, nicht weit von der Fundstelle von Abel. Michel Brunet beschrieb sie in der naturwissenschaftlichen Zeitschrift „Nature“ als älteste Fossilie eines Vormenschen, die je gefunden worden ist.[1] Er bekam den Namen „Toumai“ (Sahelanthropus tchadensis). Dass Toumai ein Hominide war, bleibt jedoch in der naturwissenschaftlichen Community umstritten, u.a. weil es bisher Konsens war, dass die Abzweigung der Hominiden von den Affen (Gorillas, Schimpansen und Orang-Utan) sich nicht früher als vor 5 Millionen Jahren ereignete.

Währenddessen sind die Tschader stolz darauf, dass ihr Land bis auf Weiteres als Wiege der Menschheit gilt. Diese paläontologischen Funde stellen den Tschad ins Rampenlicht der Wissenschaft und zeigen der Welt ein erfreulicheres Bild, als das der Armut und der politischen Unruhe. „Toumai“ ist zu einem Symbol geworden, das den Tschad bekannt und einzigartig macht. Es besteht die Hoffnung, dass dieses gute Bild des Landes das nationale Bewusstsein der Tschader stärkt und ein friedliches Zusammenleben in der Verschiedenheit der Kulturen und der Religionen fördert.““

 

12. 03. Dr. Harald Rieger: „Die Commonsbewegung – Modell für eine Post-Wachstums-Ökonomie“: Diese Bewegung basiert auf wissenschaftlichen Studien von Elinor Ostrom (1933 – 2012), die 2009 als 1. Frau mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet worden ist. Privateigentum und Vertragsfreiheit gelten nicht mehr uneingeschränkt.

Kernthesen: Wohlstand ist auch ohne Wachstum möglich. Und: Wohlergehen ist nicht gleichbedeutend mit Wohlstand. Zwei bedeutende Vertreter der „Wohlstand ohne Wachstums-These“ sind Tim Jackson und Meinhard Miegel.

 

26. 02. Pater Prof. Dr. J. Beutler SJ: „Kardinal Martini – Vita und Theologie“

Carlo Maria Martini SJ (1927 – 2012) war ein anerkannter (Bibel-)Wissenschafler und ab 1980 Kardinal-Erzbischof von Mailand; er war „ein großer Italiener und Europäer, der das religiöse Denken und das gesellschaftliche Leben unserer Epoche geprägt hat“ (M. Monti). Er hat sich um den interreligiösen Dialog, insbesondere mit den Juden, verdient gemacht. Eines seiner berühmtesten Bücher über das Gespräch mit Umberto Eco trägt den Titel „Was glaubt, wer nicht glaubt?“

Siehe auch: Kardinal Martini / Georg Sporschill „Jerusalemer Nachtgespräche“, Herder 6. Aufl. 2013: In diesem Buch äußert sich der Kardinal engagiert, offen und mutig zu „heißen Eisen“ wie Sexualmoral, Aufarbeitung von „Humanae Vitae“, Zugänge zum „Amt“ für Männer und Frauen (Diakonat) sowie zur Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten.

 

13. 02. Aschermittwoch mit hl. Messe in Sankt Georgen: Predigt von Pater J. Schuster SJ zu Joel 2,12-18/2 Kor 5,20-6,2/Mt 6,1-6, 16-18:

„Ich möchte Ihnen einige Gedanken zur Lesung aus dem 2. Korintherbrief vorlegen:

Nicht erst in unseren Tagen wird die Wirklichkeit dessen, was die Vokabeln ‘Sünde’ und ‚Schuld’ bezeichnen, bejaht und bestritten. Für Friedrich Nietzsche war die Rede von Sünde eine „Selbst-Schändungsform des Menschen par excellence“- erfunden, „um Wissenschaft, um Kultur, um jede Erhöhung und Vornehmheit des Menschen unmöglich zu machen; der Priester herrscht durch die Erfindung der Sünde.“1 Nietzsche besaß in der Tat eine Witterung für das Empfinden der Menschen. Wer die Buß- und Beichtpraxis früherer Zeiten kennt, die zum Teil von einer buchhalterischen Mentalität wie auch von Drohgebärden eines strengen Gerichts geprägt war, der vermag zu erahnen, dass seine Kirchen- und Priesterschelte auf offene Ohren bei jenen stieß, die unter dieser Praxis litten und die gewillt waren, sich von diesem Joche zu befreien. Wer die Sünde abschafft, der befreit den Menschen zu seinem wahren Selbst, indem er ihn so auch vom Joch der Kirche befreit. Das Christentum wiederum kann seine Botschaft ohne die Rede von Schuld und Sünde nicht verständlich machen, denn wie sollte anders begriffen werden, was Vergebung der Schuld und Erlösung durch Jesus Christus bedeuten. Die Erlösungslehre würde nicht nur unverständlich, sondern überflüssig.

Trotz angestrengter Versuche, die Menschen durch Leugnung der Schuld zu „entschulden“, lassen sich die Wirklichkeit des Bösen und die sozialen Wirkungen schuldhaften Versagens nicht übersehen. Durch Schweigen und Verschweigen wird niemand von seiner Schuld bzw. Sündenlast befreit. Das ist eine Illusion, die Nietzsche und andere in seinem Gefolge nähren. Nicht nur die Schuldgeschichte gibt es, die sich wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte zieht, es gibt auch die vielen ungezählten Opfer dieser Geschichte, mögen die meisten Täter und Opfer zugleich sein. Wie könnte ohne Schuld und Sünde angemessen von den Ursachen ihrer Leiden gesprochen werden? Durch eine Halbierung der Freiheitsgeschichte, indem der Mensch sich das Gelungene als eigenes Verdienst zurechnet, das Übel, das Unrecht, die Untaten anonymen Mächten zuschreibt? Waren es nur Irrtümer, für die Menschen häufig genug mit ihrem Leben zahlen mussten? Es könnte sein, dass das Verdikt gegen die Rede von Schuld und Sünde am Ende doch nur die zynische Proklamation der Täter ist, die auf diese Weise nochmals über ihre Opfer triumphieren.

Gleichzeitig und im merkwürdigen Kontrast zu ihrer Leugnung ist von Schuld dauernd die Rede – so allgegenwärtig, dass aufmerksame Beobachter von einer zunehmenden Tribunalisierung der Gesellschaft sprechen. Tatsächliche oder vermeintliche Schuld der anderen wird zum Gegenstand öffentlicher Empörung. Selbsternannte Richter nehmen auf dem Podium Platz und sitzen über jene zu Gericht, die nach ihrer Meinung Schuld auf sich geladen haben. Das ganze wird aber nicht coram Deo, sondern coram publico verhandelt, so dass sich die Mehrheit im Recht wissen darf und sich selber von Schuld freispricht. Die Rede von Schuld im Modus der Zuweisung zeigt sich ferner in der medialen Suche nach Schuldigen bei (Kunst-)Fehlern etwa im Bereich medizinischer Versorgung, bei Katastrophen und Unfällen. Technisches Versagen wird schnell als menschliches Versagen gedeutet und entsprechend verurteilt.

Weder Verdrängung noch Tribunalisierung sind eine angemessene Vorgehensweise angesichts von Schuld und Sünde. Sondern – nach Paulus – ist es die Versöhnung mit Gott. Denn nichts Geringeres hat Gott in seinem Sohn Jesus Christus für uns getan: “Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.” Jesu ließ sich in diesem Dienst als der Sündenlose für uns zur Sünde machen, indem er den Tod eines Verbrechers starb. In diesem Tod zeigt sich die Macht der Schuld, sie kann tödliche Wirkungen haben und hat sie bis in diese Stunde hinein.

Liebe Freundinnen, liebe Freunde! Das ist das Versöhnungwerk Gottes an uns. Er gibt gibt seinen Sohn, damit wir mit ihm und untereinander versöhnt werden. Wir leben alle aus dieser Versöhnung, die wirklich unsere Schuld tilgt und einen neuen Anfang gewährt. “Lasst Euch mit Gott versöhnen”, das ist Gottes Angebot an uns in dieser österlichen Bußzeit. Amen“

 

29. 01. Mitgliederversammlung

 

Im Anschluss an die MV wurde über den seitens der DBK angeregten Dialogprozeß in der katholischen Kirche gesprochen.

 

2012

11. 12. Adventstreffen mit hl. Messe in Sankt Georgen

Im Namen des Rektors gab Pater Prof. Dr. Ulrich Rhode SJ einen kurzen Überblick der Entwicklungen in Sankt Georgen; zwei größere Projekte stehen an: Der Neubau des Priesterseminars und die Errichtung einer Stiftungsprofessur  „Katholische Theologie im Angesicht des Islam“.

 

27. 11. Dipl. Theologe Wolfgang Fischer, Leiter des Referats Liturgie des Bistums Mainz: : „50 Jahre II. Vatikanisches Konzil – die Liturgiekonstitution und ihre Auswirkungen auf die Kirche“

Die Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ ist das erste vom Konzil verabschiedete Dokument. Das war nur möglich, weil dieser Themenkreis durch die Liturgische Bewegung schon viele Jahre vor dem Konzil intensiv vorbereitet und in der Enzyklika „Mediator Dei“ von Pius XII. grundsätzlich akzeptiert worden war. Die Kernaussagen dieser Konstitution – u.a. Dialog und Participatio – konnten so für die weiteren Arbeiten des Konzils grundlegend werden.

Liturgie als  ….

  1. Dialogisches Geschehen – Liturgie ist dialogisches Geschehen, nicht nur ein Gott geschuldeter Kult.
  2. Liturgie als Teilhabe – Liturgie ist fruchtbare Teilnahme (participatio fructuosa) aller Gläubigen – gemeinsames Priestertum des ganzen Volkes Gottes.
  3. Liturgie als Feier der Gemeinde – Trägerin der Liturgie ist das versammelte Volk Gottes mit dem Priester. Das Volk Gottes ist das Subjekt der Liturgie.
  4. Liturgie als Gegenwart Gottes – Liturgie feiert auf vielfältige Art und Weise die Gegenwart des Herrn.

Hier finden Sie die ganze Präsentation

13. 11. Pater Prof. Dr. Josef Schuster SJ: „Geschieden – Wiederverheiratet, theologische Anmerkungen zu einem Dauerproblem“

vergl. dazu auch: „Ausdruck der Barmherzigkeit Gottes“ in HK 11/2012, S. 589 ff. Es geht um mögliche Wege einer angemessenen Pastoral, ohne „die Lehre der Kirche von der Unauflöslichkeit der Ehe zu bestreiten bzw. zu relativieren“.

 

30. 10. Dr. Hermann-Josef  Grosse Kracht: „Bischof Freiherr Wilhelm von Ketteler (1811 – 1877) und sein soziales Engagement“ – Der Referent ist Privatdozent am Institut für Theologie und Sozialethik der TU Darmstadt

WvK war zunächst Jurist im preußischen Staatsdienst, den er aus Gewissensgründen verließ. 1844 zum Priester geweiht, wurde er 1848 Mitglied der Frankfurter Paulskirchenversammlung. Ab dem Jahr 1850 war er Bischof von Mainz.  – Die Lage der Arbeiterfamilien in der sich verändernden Industriegesellschaft wurde in der Folgezeit zu seinem wesentlichen Thema. Er erkannte sehr klarsichtig die Probleme und suchte eine Antwort aus der Sicht der Kirche. Den Staat sah er (zunächst) als Konkurrenten auf diesem der Kirche ureigensten Terrain. – Den Text des Vortrags finden Sie unter „Vortragsarchiv“.

vergl. zu diesem Thema: Reinhard Kardinal Marx „Christ sein heißt politisch sein – Wilhelm Emmanuel von Ketteler für heute gelesen“, Herder 2011

 

19./21. 10. Kapitelsitzung in Münster

 

09. 10. Prof. Dr. Wolf Otto Bechstein, Uniklinikum Frankfurt, und Pater Prof. Dr. Josef Schuster SJ, Moraltheologe, Sankt Georgen: „Organspende – Informationen und Gedanken“

– In Deutschland sterben täglich drei schwerstkranke Menschen, weil die zu ihrer möglichen Rettung erforderlichen Organe nicht vorhanden sind.

– Befragungen bestätigen, dass zwar etwa 70% der Bürger grundsätzlich zu einer Organspende nach ihrem Tod bereit sind, aber nur unter 20% haben diese Einstellung mit einem Spenderausweis dokumentiert.

– Im Mai 2012 hat der Deutsche Bundestag das Transplantationsgesetz teilweise neugefasst. Ein Ziel ist die (grundsätzlich gesellschaftlich erwünschte) Erhöhung der dokumentierten Spendebereitschaft. Der gewählte Weg der Einwilligungslösung achtet das Recht auf Selbstbestimmung – einschließlich des Rechts auf Nicht-Entscheidung. Aber: Wie stark darf der gesellschaftliche Druck (z.B. durch nachhaltige Befragung) zugunsten der dokumentierten Bereitschaft zur Organspende sein? Was ist die Folge der erlaubten Nicht-Entscheidung? Darf diese „Lücke“ ausgefüllt werden? Durch wen?

– Die DBK hat die Organspende als „freiwilligen Akt der Nächstenliebe“ bezeichnet. Gibt es eine moralische Pflicht zur Organspende? Nein, denn es handelt sich um ein „supererogatorisches“ Verhältnis: Jemand tut ein erwünschtes Gutes, das aber gerade von ihm persönlich nicht verlangt werden kann. Folglich gibt es auch keinen Anspruch gegen eine bestimmte Person (Wen?) auf die Organspende.  Also: Freiwillige Gabe statt Bürgerpflicht.

P.S. Zu dem Thema Organspende vergl. auch die Videointerviews mit den Prof. Bechstein und Schuster SJ unter „Archiv – Videos“

 

25. 09. Pater Prof. Dr. Ansgar Wucherpfennig SJ, Exegese des Neuen Testaments, Hochschule Sankt Georgen:

„Gibt es einen Jesus außerhalb der Bibel? Kanonische und apokryphe Zeugnisse über Jesus “ – Ein Beispiel für eine apokryphe Quelle über Jesus.

Während ein Kanonisierungsprozess zur Sammlung der Evangelien wohl schon in der Zeit der Abfassung der Evangelien selber beginnt, stammen die ältesten apokryphen Evangelien wohl alle erst aus dem 2. Jhdt. Die Schwierigkeit, sie für die Forschung nach dem historischen Jesus heranzuziehen, sei an einem eher abstrusen Beispiel gezeigt. Dazu ist gleich vorweg zu sagen, dass im Thomasevangelium etwa durchaus auch historisch plausiblere Jesuslogien überliefert sind. Auf das 2. Jhdt. gehen aber wohl auch die ältesten Fragmente der Thomas-Überlieferung zur Kindheit Jesu zurück. Dort findet sich eine Erzählung über den Knaben Jesus:

Hernach ging er abermals durch das Dorf; da stieß ein heranlaufender Knabe an seine Schulter. Jesus wurde erbittert und sprach zu ihm: „Du sollst auf deinem Weg nicht weitergehen!“ Sogleich fiel der Knabe hin und starb. Einige aber, die sahen, was geschah, sagten: „Woher stammt dieser Knabe, daß jedes Wort von ihm gerade fertige Tat ist?“ Da kamen die Eltern des Verstorbenen zu Joseph, schalten ihn und sagten: „Da du so einen Knaben hast, kannst du nicht mit uns im Dorfe wohnen; oder dann lehre ihn zu segnen und nicht zu fluchen. Denn er tötet unsere Kinder.

Es ist eine kurze in sich abgeschlossene Erzählung mit nur wenigen Akteuren, ganz ähnlich wie wir sie in den synoptischen Evangelien haben. Chrie nennt man sie, oder nach älterer Terminologie auch Apophtegma. Sie gibt sich als authentische Berichterstattung zu erkennen. Der Anfang der Schrift lautet „Des israelitischen Philosophen Thomas Bericht über die Kindheit des Herrn“. Thomas ist als Name gewählt, weil es ein Apostelname ist. Der Name stammt von dem aramäischen Wort für Zwilling. Möglicherweise gingen Kreise des Christentums im zweiten Jahrhundert davon aus, dass Thomas ein Zwillingsbruder Jesu gewesen sei, und daher seinen Namen hat. Es ist jedenfalls ein typisches Phänomen später Schriften nach den kanonischen Evangelien: Sie greifen, um als Autorität für das Leben Jesu ernst genommen zu werden den Namen eines Apostels auf. Im zweiten Jahrhundert gibt es verschiedene apokryphe Schriften über Jesus, die alle unter dem Namen eines Apostels erscheinen. Zu diesen apokryphen Schriften gehört auch die Kindheitserzählung des Thomas. Sie antwortet auf verständliche Fragen, auf die die Evangelien im Neuen Testament kaum Antworten geben: Wie hat sich Jesus als Kind verhalten? Zeichnet sich sein Charakter schon früh ab? etc.

Jesus ist in dieser Erzählung noch ganz jung, noch nicht in der Elementarschule. Er bewirkt ein Strafwunder: Im Spiel wird er von einem laufenden Knaben angestoßen und auf den Wunsch Jesu hin fällt der Knabe tot um. Nur ein einziges Strafwunder findet sich von Jesus im Neuen Testament, und das geschieht nicht an Menschen, sondern an einer Pflanze, dem Feigenbaum (Mk 11,12–14).

Mit dieser Erzählung geht die Erzählung nach Thomas offensichtlich auf ein typisches Problem des 2. Jhdt.s ein. Wenn Jesus der fleischgewordene Logos ist, also die fleischgewordene Vernunft Gottes, was ist dann eigentlich mit seinen Gedanken. Die griechische Metaphysik ging davon aus, dass es bei Gott keine Differenz zwischen Denken und Tun gibt, wie bei Menschen. Alle seine Gedanken sind dynamis, sie sind also machtvolle Wirklichkeit, denn Gott ist actus purus (so später Thomas von Aquin), reine energeia. Wenn Gott nun in Jesus als Mensch existiert, müssen offenbar auch alle seine Gedanken Wirklichkeit sein. Offenbar muss sich der Jesusknabe erst daran gewöhnen. Deshalb muss ihn Josef noch besser erziehen, damit er lernt, dass er in einer spontanen Reaktion nicht fluchen darf, sondern nur segnen. Tatsächlich werden die weiteren Wunder Jesu, als er älter wird, immer heilsamer für die Menschen. Hier wird also offenbar erzählt, wie Jesus auch als Wunderkind lernen muss, mit seinen göttlichen Fähigkeiten umzugehen.

Das Kindheitsevangelium des Thomas und die anderen apokryphen Schriften über Jesus sind von der Kirche nicht in den Kanon der Schriften des Neuen Testaments aufgenommen worden. Sie enthalten nach der Auffassung der Kirche keine authentische Jesusüberlieferung. Diese Schriften sind interessant, sie bereichern das Wissen um Jesus. Ihre Quellen reichen aber nur selten bis in die Zeitspanne des Lebens Jesu zurück.

Die kanonischen Evangelien im Neuen Testament sind historisch also durchaus das zuverlässigste Zeugnis von Jesus. Es ist nur eine sehr kurze Zeit im Leben Jesu, von der die Evangelien berichten: Nach Markus sind es ca. 1 ½ Jahre, bei Johannes 2 oder 3 Jahre. Bei Matthäus und Lukas erfahren wir auch noch etwas über seine Kindheit, aber eigentlich fast nur über seine Geburt. Die kanonischen Evangelien genügen nicht den Ansprüchen einer modernen Biographie, aber sie sind die vertrauenswürdigsten Zeugnisse von einer kurzen Zeit, die die Geschichte der Welt grundlegend verändert hat. Wichtiger als eine sauber rekonstruierbare Chronologie des Lebens Jesu war den ersten Christen offenbar, dass Jesus für sie lebendig erfahrbar geblieben ist: in der Liturgie, in der Versammlung, im gemeinsamen Leben und in den ärmsten Brüdern und Schwestern.“

 

11. 09.  Abend unter Freunden. Gedanken zur Zukunft unserer Gilde:

Nicht erst die Diskussionen um die Finanz- bzw. Schuldenkrise haben uns noch einmal eindringlich vor Augen geführt: Unsere Zukunft liegt (auch) in Europa. Was bedeutet diese Tatsache für unseren Kreis? Sind wir bereit, uns in diesen – auch geistigen – Prozess einzubringen? Mit welchen Zielvorstellungen? Können wir überhaupt etwas bewegen? Vor Jahren haben wir (auch über das CRM) zunächst bewusst Kontakte nach Mittel- und Osteuropa gesucht: In Polen über EB Nosssol und durch wiederholte Besuche in Prag (Czech Christian Academy). Durch Vorträge eines Mitarbeiters der COMECE (S. Lunte) und eines Mitglieds des EU-Parlaments (Th. Mann) konnten wir vertiefte Einblicke in die Arbeitsweise Europäischer Institutionen gewinnen. Abgerundet wurde dieses Bemühen durch einen Besuch in Brüssel. Wie könnten weitere Schritte aussehen? Lohnt sich die Suche nach möglichen ausländischen Partnerkreisen?

28. 08. Pater Prof. Dr. Ulrich Rhode SJ, Kirchenrechtler an der Jesuitenhochschule Sankt Georgen, Frankfurt, über

Arbeitsrecht in der katholischen Kirche: Rechtliche Grundlagen und aktuelle Entwicklungen”.

Das besondere kirchliche Arbeitsrecht in Deutschland – zu verstehen als Teil unseres Staatskirchenrechts – wird immer mehr Thema der öffentlichen Diskussion; auch europäische und deutsche Gerichte befassen sich zunehmend mit Teilaspekten. In den kirchlichen Einrichtungen bei uns sind rund 1,3 Millionen Menschen beschäftigt: Bei den Katholiken sind es etwa 20.000 in öffentlichrechtlichen Dienstverhältnissen und rd. 600.000 in privatrechtlichen Arbeitsverhältnissen.

Dass die Kirchen in ihrem Bereich auch die Arbeitsverhältnisse selbständig regeln dürfen, ist verfassungsrechtlich garantiert: Gem. Art. 140 GG ist der entsprechende Art. 137, Abs. 3 der Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919 Teil unserer Verfassung.

Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung „Dritter Weg“, die oft pauschal als Kennzeichnung des kirchlichen Arbeitsrechts verwandt wird? „Der Dritte Weg geht von den Grundsätzen eines partnerschaftlichen und kooperativen Miteinanders von Arbeitnehmern und Arbeitgeber aus“, so beginnt die Ziffer 3 einer Erklärung der DBK nach ihrer Versammlung am 28. Februar 2012. Der kirchliche Verkündungsauftrag ist Ziel und Maßstab aller Aktivitäten dieser Dienstgemeinschaft. Während früher die Dienstherren das Arbeitsrecht praktisch allein bestimmt haben (Erster Weg), gilt im normalen Arbeitsrecht das Tarifrecht (Zweiter Weg). Demgegenüber haben sich die Kirchen seit den 70-er Jahren für den „Dritten Weg“* entschieden: Die Arbeitsverhältnisse werden durch paritätisch besetzte Kommissionen geregelt.

Einige zusätzliche Besonderheiten des kirchlichen Arbeitsrechts:

– es gelten gestufte Loyalitätsobliegenheiten.

– Streik und Aussperrung sind nicht zulässig. Einige Gerichte wollen diese Regelung nicht mehr allgemein gelten lassen. Ein höchstrichterliches Urteil (BVerfG) muss Klärung bringen.

– Gewerkschaften als solche haben in kirchlichen Einrichtungen kein Betätigungsrecht. Auch diese Regelung ist umstritten

Einige (meist kleinere) kirchliche Organisationen erwägen (auch aus finanziellen Gründen), nicht mehr dem kirchlichen Arbeitsrecht zu folgen, sondern vollständig das normale staatliche Arbeitsrecht anzuwenden.

Trotz solider verfassungsrechtlicher Basis wird sich das kirchliche Arbeitsrecht bei uns auf weitere Veränderungen einstellen müssen – insbesondere auch durch Anstöße aus Europa (jwb).

 

*P.S. In einem Grundsatzurteil hat das Bundesarbeitsgericht am 20. November 2012 den „Dritten Weg“ grundsätzlich bestätigt. Wegen der Einzelheiten (insbes. bzgl. des möglichen Streikrechts) muss die Urteilsbegründung abgewartet werden (jwb, 11/2012).

 

26. 06. Vater („Abuna“) Bassili Pigol: „Koptische Kirche, Theologie und heutige Situation“:

Die Koptische Kirche rühmt sich des Namens „Mutter der Märtyrer“. Ihre Gründung führt sie auf den Evangelisten Markus zurück (61 n.Chr.). Die Koptisch-Orthodoxe Kirche in Frankfurt (1973 gegründet) nennt sich daher „St. Markus-Kirche“. Sie hat rd. 1.000 Gemeindemitglieder (Orthodoxe, Evangelische und Katholische Kopten). Der Gottesdienst wird dreisprachig abgehalten: Koptisch, Arabisch und Deutsch. – In Deutschland leben ca. 6.000 Kopten; die Zahl der Konvertiten ist klein.

Abuna Pigol, 1935 in Ägypten geboren und dort zum Ingenieur und später zum Priester ausgebildet, ist seit 1988 Priester der Frankfurter Gemeinde.

Seit dem Einbruch des Islam in Ägypten im Jahr 641 n.Chr. wird diese „Minderheit“ (deren Zahl mangels verlässlicher Daten zwischen 5 und 20 Millionen schwankt) unterdrückt. Die koptische Sprache ist verboten, den Kopten ist der Zugang zu bestimmten öffentlichen Ämtern verwehrt. Welche Änderungen sich nach der Wahl des neuen Präsidenten in Zukunft ergeben, lässt sich noch nicht abschätzen.

 

12. 06. Freund Dr. Sawa Ganowsky: „Geschichte der Luftfahrt in und um Frankfurt“

Das war ein beeindruckender Parforceritt durch die Geschichte des/der Frankfurter Flughäfen: Angefangen mit dem Rebstockgelände und der ILA 1909, über den Wiederaufbau von Rhein-Main durch die Amerikaner 1945 – „Gateway to Europe – bis zum heutigen noch einmal erweiterten Großflughafen mit seinen über 70.000 Arbeitsplätzen.

 

01./03. Juni: Cartellversammlung in Osnabrück

 

29. 05. Wäldchestagstreffen bei Freund Dr. K. Rapprich in Butzbach und auf dem „Olymp“ (Laubach)

Welch ein gelungenes Treffen von Freunden im schönen, leicht herben Vogelsberg. Herzlichen Dank dem Ehepaar Herta und Konrad Rapprich für die uns gewährte großzügige Gastfreundschaft.

 

15. 05. Besuch der griechisch-orthodoxen Kirche im Grüneburgpark, Frankfurt.

Führung durch Erzpriester Dr. Philippos Savvopoulos.

 

08. 05. Pater Rodrigue Noartangar SJ: „Der Tschad und der Beitrag der Kirche zu seiner Entwicklung

Pater Naortangar wurde am 13. März 1979 im Tschad geboren, kam dort in N´Djamena  in die Schule, Als sein Vater im Diplomatischen Dienst seines Landes nach Bonn versetzt wurde, besuchte er dort 4 Jahre lang die deutsche Grundschule und eignete sich deshalb schon früh gute Kenntnisse der deutschen Sprache an. Zurückgekehrt in sein Heimatland machte er sein Abitur und studierte an der Philosophischen Fakultät Pierre Canisius in Kinshasa (Demokratische Republik Kongo). Im Juli 2004 schloss er dieses Studium mit dem Bachelor in Philosophie ab. Dem folgte nach einem weiterführenden Studium in Abidjan / Elfenbeinküste im Jahre 2009 der Bachelor in Theologie. – 1999 begann er sein Noviziat in der Gesellschaft Jesu und wurde am 22. 12. 2010 zum Priester geweiht.

Derzeit arbeitet er an seiner Dissertation über systematische Theologie und nimmt an einem Magisterstudiengang in Ethnologie an der hiesigen Universität teil

 

23. – 25. April: CRM Region Südwest: Einkehrtage im Kloster Jakobsberg: Pater Prof. Dr. Werner Löser SJ: „Das II. Vatikanische Konzil – bleibend aktuell“

Im Oktober d.Js. gedenkt unsere Kirche des Beginns des Vatikanum II vor 50 Jahren. Pater Löser hat uns aus diesem Anlass auf drei grundlegende Konzilstexte aufmerksam gemacht:

„Lumen Gentium“ Kirchenkonstitution

„Gaudium et spes“ (1965) Pastoralkonstitution über Kirche in der Welt

„Unitatis redintegratio“ (1964) Ökumenismusdekret

Basierend auf der Kirchenkonstitution, an deren Neufassung auch einige Patres von Sankt Georgen wesentlich beteiligt waren, konnte das Verhältnis zur Welt neu formuliert werden. Nachdem unsere Kirche anfänglich den Bemühungen um die Ökumene eher skeptisch gegenübergestanden hatte, erklärt dieses Dekret die Bemühungen um die Wiederherstellung der Einheit aller Christen zu einer der Hauptaufgaben (des Konzils und) der Kirche. (JB)

 

27. 03. Gesprächsabend über verschiedene Themen: u.a. „Wer hat auf Ihren Glauben einen besonderen Einfluss gehabt?“

13. 03. Stadtdekan Dr. Johannes zu Eltz: „Stadtpastoral und theologische Weiterungen“

28. 02. Prof. Dr. Eckhard Nordhofen: „Wer glaubt, setzt auf Wahrheit – Die Rolle der Schrift als Gottesmedium“

22. 02. Sankt Georgen: Hl. Messe mit Aschenkreuz und gemeinsamen  Abendessen – zur Einstimmung in die österliche Bußzeit

14. 02. Horst-Günther Falkenhan: „Muslime in der Diaspora – Wege zur Integration und Probleme“.

Die Ausführungen spiegelten die hohe Komplexität des Islam im Verstehensprozess der engen Verknüpfungen zwischen theologischen Aussagen, den daraus ableitbaren Weisungen des Propheten und den normativen ethischen und religiösen Konsequenzen auf das gesamte Lebensspektrum der muslimischen Gesellschaft wider. – Die Integrationsanstrengungen aller kirchlichen, kulturellen und politischen Institutionen in Deutschland müssen sich daran messen lassen, inwiewiet es gelingt, praxisnah die gelebten Besonderheiten unserer islamischen Mitbürger in unseren Alltag respektvoll aufzunehmen.

Konkrete Problemfelder sind z.B.: Beten während der Arbeitszeit, Kantinenessen, Ramadan in Beruf und Schule, Bau von neuen Moscheen. Ihre Bewältigung bedingt ein gegenseitiges Bemühen für sinnvolle Kompromisse sowie für die Identifikation und Ausübung von Gemeinsamkeiten und nicht zuletzt für bewusst gelebte Toleranz.Wasdie religiöse Betreuung betrifft, ist die Ausbildung und Qualifizierung von Deutsch sprechenden Imamen und Religionslehrern an ausgewählten akademischen Zentren bereits erfolgreich in Angriff genommen.Angesichts der Heterogenität der Glaubensrichtungen (Sunniten, Schiiten, Aleviten, Ah- madiya, Sufis u.a.) erscheinen Fragen nach gesellschaftlicher Einordnung dieser Gruppen und damit nach einer verbindlichen Anlauf- und Koordinationsstelle und nicht zuletzt nach dem Menschenbild, das vom islamischen Religionsunterricht prägend vermittelt werden muss, noch keineswegs befriedigend beantwortet. (HK)

31. 01. Mitgliederversammlung

 

2011

Jahresrückblick:

An den Abenden in der Villa Bonn wurden sehr unterschiedliche Themen behandelt, u.a.:

Vatikanum II.

Energieversorgung im Raum Frankfurt,

Hat  das Ende der Säkularisierung begonnen?

Der Widerspruch von Glaube und Naturwissenschaft.

Der Apostel Paulus und seine Bedeutung für die Kirche

Ikonen und ihre Aussage

Das 2. Jesusbuch unseres Papstes

Der Wein, seine Geschichte und sein Platz in der Bibel

Wir haben das Europäische Raumfahrtzentrum in Darmstadt (ESOC) besucht. Bei einer weiteren Veranstaltung hatten wir die Möglichkeit, die Orgel des Frankfurter Domes kennen zu lernen und zu hören.